Breul-Tibus-Straßenfest am Samstag
Netter „Haufen“ mit Geschichte

Münster -

Im Norden der Stadt wird am Wochenende gefeiert. Doch nicht nur im Kreuzviertel wird es laut, unweit davon gibt es am Samstag auch eine wortwörtliche alternative Veranstaltung: das Breul-Tibus-Straßenfest.

Donnerstag, 22.08.2019, 09:00 Uhr
Genau so bunt wie die Bewohner von Tibus A bis C sowie dem Breul 32 bis 38 soll auch das Straßenfest werden, das einst Politikum war, heute aber auf eine lange Tradition zurückblicken kann.
Genau so bunt wie die Bewohner von Tibus A bis C sowie dem Breul 32 bis 38 soll auch das Straßenfest werden, das einst Politikum war, heute aber auf eine lange Tradition zurückblicken kann. Foto: Björn Meyer

Ob er schon mal überlegt hat, am Breul auszuziehen? Bernd Drücke lehnt sich zurück, atmet einmal tief ein und sagt: „Meine Frau ja, ich eigentlich nicht.“ Das hat seinen Grund, denn seit 1991 wohnt Drücke bereits im Breul 32, seinerzeit als Hausbesetzer dorthin gekommen. Ein „netter Haufen Hippies“ seien sie gewesen, erinnert sich Drücke mit einem Lächeln. Man habe gedacht, dass man „das zwei oder drei Jahre durchziehen“ könne und in den Häusern wohnen werde, die damals eigentlich abgerissen werden sollten.

Dass heute noch immer rund 60 Menschen in den ehemaligen Arbeiterhäusern am Breul und Tibus leben, habe man neben dem Gemeinschaftssinn vor allem den Richtern zu verdanken, die die damals überwiegend jungen Leute Prozess um Prozess gegen die Wohnungsbau GmbH gewinnen ließen, erzählt Drücke mit einem Schmunzeln. Daher habe man auch nicht die Rücklagen gebraucht, die man sich durch die ersten Straßenfeste in den 90er-Jahren gebildet hatte.

Seit der Geburt am Breul

Heute, 28 Jahre nach dem ersten Straßenfest, die alten, sanierten Arbeiterhäuser aus dem 19. Jahrhundert sind längst ein ausgezeichnetes Wohnprojekt, folgt am Samstag (24. August) die 21. Auflage der alternativen Veranstaltung.

„Fluchtwege freihalten“, steht auf dem Flyer. Ein Fingerzeig: „In diesem Jahr haben wir uns entschieden, mit dem Gewinn Seawatch zu unterstützen“, erklärt Drücke. Im Mittelpunkt steht aber natürlich erst einmal die Veranstaltung selbst. „Wir haben einige kreative Leute hier, die wollten wir einbinden“, erklärt Luca Bockholt, der heute exemplarisch für die neue Generation am Breul steht. Er lebt seit seiner Geburt dort.

Klein, aber fein

Neben Redebeiträgen, Kinderschminken und Tombola richtet sich der Fokus dabei vor allem auf das Bühnenprogramm, bei dem neben D-Jane Lizzie Liebe (14 Uhr), Poetry-Slammer Andy Straß (16.50) auch die Bands „The Lost Crewmen“ (18.15 Uhr), „Schluder Disco Explosion“ (19.30 Uhr) und „No°rd“ (20.45 Uhr) auftreten werden. „Die allermeisten, die hier wohnen, helfen fleißig mit“, erzählt Drücke.

Eine Pflicht aber sei das nicht – wohl eher die Folge, dass es sich an Tibus und Breul nicht um ein kommerzielles, dafür aber um ein „besonderes, herausragendes Straßenfest“ handele, findet Drücke. Und eines, bei dem mittlerweile auch Nachbarn, etwa eine nahe gelegene Kita, mitmachen. „Hier“, sagt mit Lars Nolte noch einer der zweiten Generation im Breul, Vorsitzender des Vereins zur Erhaltung preiswerten Wohnraums, der sich in den 90er-Jahren gegründet hatte, „wohnen zufriedene Menschen, die sich gegenseitig helfen“.

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