„Fridays for Future“
Klima-Aktivisten fordern stadtweite City-Maut

Münster -

Aktivisten der „Fridays for Future“-Bewegung haben am Freitag ihren Forderungskatalog an die Stadt Münster vorgestellt. Unter anderem fordern sie eine stadtweite City-Maut, pro Jahr 320.000 neue Bäume und energetische Sanierung des gesamten Gebäudebestandes. Doch das ist noch nicht alles.

Freitag, 23.08.2019, 17:00 Uhr aktualisiert: 23.08.2019, 21:25 Uhr
Aktivisten von „Fridays for Future“ präsentierten am Freitagnachmittag ihre Forderungen an die Stadt Münster.
Aktivisten von „Fridays for Future“ präsentierten am Freitagnachmittag ihre Forderungen an die Stadt Münster. Foto: ohw

Eine stadtweite City-Maut, pro Jahr 320 000 neue Bäume, energetische Sanierung des gesamten Gebäudebestandes: Das sind nur einige der Forderungen, die „Fridays for Future“ an die Stadt Münster stellt. „Es geht um einen Kulturwandel. Wir müssen die Art und Weise, wie wir leben, komplett ändern“, betonte Aktivist Jürgen Blümer am Freitagnachmittag bei der Vorstellung des Forderungskataloges. Dieser sei „nicht verhandelbar“. Folge die Politik den Vorschlägen nicht, dann sollten sich die Politiker hinstellen und klar und deutlich sagen, dass sie es mit dem Kampf gegen den Klimawandel nicht ernst nehmen, so Blümer.

Hier einige der Forderungen im Überblick:

► Ab 2030 soll die von den Stadtwerken verkaufte Energie zu 100 Prozent durch erneuerbare Energieträger gewonnen werden.

► Bis 2030 soll der Gebäudebestand in Münster klimaneutral sein. Ziel ist es, den gesamten Gebäudebestand zu sanieren – mindestens fünf Prozent der Gebäude pro Jahr. Die Mieten dürfen maximal um den Betrag gesteigert werden, der bei den Energiekosten eingespart wird.

► Die Innenstadt wird schrittweise vom Autoverkehr befreit. Eine City-Maut soll 2021 innerhalb des Rings, 2025 im gesamten bebauten Stadtgebiet eingeführt werden. 2023 wird der Bereich innerhalb der Promenade autofrei, 2030 jener innerhalb des Rings. Mit dem Bezahlen der Maut erhalten Autofahrer ein Tagesticket für Stadtbusse. Anwohner in der Mautzone erhalten ein Jahresticket für Stadtbusse.

► Bis 2025 soll ein Metrobussystem eingeführt werden. Die extrem langen Elektrobusse sollen im Fünf-Minuten-Takt die Stadtteile mit der Innenstadt verbinden.

► Radwege und Radfahrstreifen werden ausgebaut. Neue Wohngebiete werden ausschließlich als autofreie Siedlungen geplant. Jährlich werden 1000 neue Radstellplätze an Stelle von Kfz-Stellplätzen geplant. Straßen, die nicht genug Platz für breite Radwege bieten, werden zu Fahrradstraßen umgestaltet.

► Pro Jahr wird ein neuer Baum pro Einwohner gepflanzt. Wenn alle geeigneten Flächen in der Stadt und im Umland bepflanzt sind, soll die Aufforstung im Ausland unterstützt werden.

"Fridays for Future"-Klimastreik 23. August 2019

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Die Bürger werden von diesen Maßnahmen profitieren, so Aktivist Nando Spicker. „Durch einen konsequenten Klimaschutz wird es in Münster schon mittelfristig weniger Staus, bessere Luft und mehr nachhaltige Arbeitsplätze geben“, ist er überzeugt. „Wir stehen also vor der Wahl, alles zu zerstören, was uns wichtig ist, oder alles besser zu machen.“ Sollte die Politik den Vorschlägen nicht folgen, werde „Fridays for Future“ seinen Kampf fortsetzen, so Spicker. Dabei sei nicht auszuschließen, dass der Protest „kreativer wird“.

Auf die Frage nach den Kosten, die möglicherweise auf die Bürger zukommen, antwortete Aktivist Steffen Lambrecht: „Solche Details gehen über das hinaus, was wir fordern. Das ist Aufgabe der Politik.“

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