Villa ten Hompel feiert 20. Geburtstag mit vielfältigem Programm
Die eigene Arbeit im Rampenlicht

Münster -

Holocaust, Diktaturerfahrungen, Rechtsextremismus und Antisemitismus: Das sind die Themenschwerpunkte, mit denen sich die Villa ten Hompel seit nunmehr 20 Jahren wissenschaftlich beschäftigt. Kein Wunder, dass diese auch das Geburtstagsprogramm prägen – „trocken“ wird es dabei in den kommenden Wochen definitiv nicht.

Sonntag, 01.09.2019, 07:00 Uhr aktualisiert: 01.09.2019, 07:30 Uhr
Im Dezember 1999 wurde aus der Villa ten Hompel am Kaiser-Wilhelm-Ring Münsters Geschichtsort für die NS-Zeit.
Im Dezember 1999 wurde aus der Villa ten Hompel am Kaiser-Wilhelm-Ring Münsters Geschichtsort für die NS-Zeit. Foto: pd

Mit einem vielfältigen Programm feiert Münsters Geschichtsort Villa ten Hompel sein 20-jähriges Bestehen. Im Dezember 1999 wurde die Gedenkstätte auf Beschluss des Rates der Stadt eröffnet.

Die Forschung und Vermittlung zu Holocaust, Diktaturerfahrungen und die gegenwärtigen Herausforderungen durch Rechtsextremismus sowie Antisemitismus bilden seither den Kern des menschenrechtsorientierten Engagements.

Manfred Lütz über Paulus van Husen

Diese Vielfältigkeit des Hauses am Kaiser-Wilhelm-Ring spiegelt sich auch im Geburtstagsprogramm wider. Ein absoluter Hochkaräter mit Münster-Bezug steht gleich zu Beginn an: Manfred Lütz, einer der meistgelesenen Sachbuchautoren Deutschlands, stellt seinen neuen Spiegel-Bestseller „Als der Wagen nicht kam“ über seinen in Münster geborenen Großonkel Paulus van Husen vor.

Van Husen war Mitglied des Kreisauer Kreises, einer Widerstandsbewegung gegen den Nationalsozialismus. Lütz wird schildern, welche Rollen van Husen in diesem Netzwerk einnahm, das am 20. Juli 1944 mit Graf von Stauffenberg an der Spitze das Attentat auf Adolf Hitler wagte.

Dieses erste Mittwochsgespräch findet am 4. September um 19 Uhr im Schloss (Hörsaal S10) statt. Der Eintritt ist, wie bei den anderen Vorträgen, frei.

Ende Oktober werden dann Wissenschaftler aus aller Welt kommen, um sich bei einer internationalen Tagung zum Thema „Ein Vierteljahrhundert nach Christo pher Brownings ‚Ordinary Men‘ – Perspektiven der neuen Polizei-Täterforschung und Holocaust- Vermittlung“ auszutauschen.

Im Rahmen einer öffentlichen Festveranstaltung am 30. Oktober (Mittwoch, Beginn 19 Uhr) im Rathausfestsaal wird Brownings Wissenschaftsleistung geehrt. Browning selbst nimmt eine Bestandsaufnahme vor, die Laudatio hält Zeitgeschichtsprofessor Norbert Frei.

Münsters Stadtverwaltung in der NS-Zeit

Münsters Rolle im Nationalsozialismus wird durch neueste Forschungen gleich zwei Mal aus unterschiedlicher Perspektive beleuchtet: Philipp Erdmann und Annika Hartmann werden am 6. November (Mittwoch, Beginn 19 Uhr) in der Stadtbücherei zur Rolle der Stadtverwaltung auch Akteure der Verwaltung analysieren.

Darüber hinaus werden erstmals öffentlich am 5. De zember (Don nerstag, Beginn 19 Uhr) die Herausgeber und Autoren der Villa ten Hom pel und des Westfälischen Wirt schaftsarchivs ihre Studie zur Sparkasse in Münster und im östlichen Münsterland im Dritten Reich am Kaiser-Wilhelm-Ring 28 vorstellen.

Rückblick der Weggefährten zum Abschluss

Am 15. Dezember (Sonntag, ab 12 Uhr) bildet eine feierliche Matinee den Abschluss des Festprogramms. Weggefährten präsentieren dann im Dialog spannende Erinnerungssplitter an besondere Momente, Veranstaltungen und Entwicklungsetappen.

 

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