Jam im „Dirtpark“
Hohe Sprünge, rasante Abfahrten

Münster -

Der Verein „German Action Sports“ hatte am Wochenende zum „Mosquito Open Jam“ eingeladen. Das Event war ein großer Erfolg; aber der Verein blickt dennoch sorgenvoll in die Zukunft.

Sonntag, 01.09.2019, 18:00 Uhr aktualisiert: 01.09.2019, 18:18 Uhr
Der Dirtpark Berg Fidel hatte zum „Mosquito Open Jam“ eingeladen.
Der Dirtpark Berg Fidel hatte zum „Mosquito Open Jam“ eingeladen. Foto: cro

Das macht Collin sichtlich Spaß: Hohe Sprünge, rasante Abfahrten, Tricksen mit dem Vorderrad. Der 13-Jährige ist auf dem Dirt-Bike, einer Art Mountainbike, in seinem Element. Auf der Strecke in der Nähe der Kita an der Hogenbergstraße kann er sich richtig austoben. Denn dort wurde 2016 eine spezielle Strecke für die Extrem-Radler eröffnet.

Wer in das Gesicht von Tobias Konken blickt, sieht etwas anderes: Das Mitglied des Vorstandes des Vereins „German Action Sports“, der den Dirtpark eingerichtet hat und seitdem betreibt, ist mit der momentanen Situation mehr als unzufrieden. „Wenn das so weitergeht, sind wir spätestens in zwei Jahren pleite.“

Der Verein hatte am Wochenende zum „Mosquito Open Jam“ eingeladen. Doch es klemmte im Getriebe: „So einen Park zu pflegen, bedeutet sehr viel Arbeit. Und natürlich auch Geld.“ Beides stelle den Vorstand vor große Probleme. „Wir bekommen von der Stadt kein Geld, um den Park in Schuss zu halten.“ Das liege auch daran, dass man nicht allzu viel mit der neuen Sportart, dem Dirtbiking, anfangen könne. „Wir haben allein 2016 rund 6000 Arbeitsstunden in den Park investiert“, so Konken. Den Sport müsse man den Menschen nun nahebringen. „Viele sehen die Strecke als einfachen Spielplatz: Kinder rutschen die Rampen runter, die dann kaputtgehen und für die Biker gefährlich sind.“ Man müsse mit Bagger und Material anrücken, jede Menge Arbeitsstunden aufbringen. „Daran fehlt es uns momentan gewaltig.“

Auch das Interesse der Politik scheint sich in den Augen von Konken in Grenzen zu halten. „Viele nicken zwar wohlwollend, aber dann kommt nichts.“ Dabei stand der Verein bereits schon einmal vor dem Aus. „Uns fehlten rund 1000 Euro Die hat uns dann Fahrrad Hürter gesponsert, sonst würde es uns jetzt schon nicht mehr geben.“ Dabei sei es Jugendarbeit, und man könnte das Geld sinnvoller einsetzen. Auf dem Gelände gebe es weder Mobbing noch andere Diskriminierung, jeder könne sein, wie er wolle, sagt er. „Das ist richtig cool und nicht überall so“, bestätigt auch Collin.

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