Diskussion im Rathaus
Was NRW und die Benelux-Staaten verbindet

Münster -

Was verbindet NRW und die Benelux-Staaten - und was trennt sie? Darüber wurde am Wochenende im Rathaus diskutiert.

Sonntag, 01.09.2019, 19:00 Uhr
Diskutierten auf dem Podium (v.l.): Moderatorin Yasmin Hameed, Bezirksregierungspräsidentin Dorothee Feller, der Direktor des Zentrums für Niederlande-Studien, Friso Wielenga, und Ulrike Kurth, Vorsitzende des Westfälischen Forums für Kultur und Bildung
Diskutierten auf dem Podium (v.l.): Moderatorin Yasmin Hameed, Bezirksregierungspräsidentin Dorothee Feller, der Direktor des Zentrums für Niederlande-Studien, Friso Wielenga, und Ulrike Kurth, Vorsitzende des Westfälischen Forums für Kultur und Bildung Foto: Fischer

Nordrhein-Westfalen und die Benelux-Staaten verbindet vieles: Nicht nur die 494 Kilometer lange Grenze, sondern vor allem kulturelle, wirtschaftliche und historische Aspekte. Um dieses Potenzial zukünftig noch besser ausschöpfen zu können, fand nun ein Bürgerdialog zum Thema Benelux statt, bei dem neue Ideen der Zusammenarbeit entwickelt wurden. Die Veranstaltung war Teil des Benelux-Jahres der Landesregierung. Dabei sollen den Bürgern die Nachbarländer nähergebracht und die Beziehungen zueinander gefeiert werden.

Neben den Bürgern kamen am Samstag auch Experten zu Wort, die ihre Sicht auf das Verhältnis zwischen NRW und den Benelux-Staaten präsentierten. Dorothee Feller forderte als Präsidentin der Bezirksregierung Münster etwa: „Wir müssen es schaffen, im Grenzbereich gesetzliche Regelungen anzupassen. Die sind oftmals noch in jedem Land anders. Daran wird sich zeigen, wie ernst wir den Austausch meinen.“

Auch Oberbürgermeister Markus Lewe appellierte an mehr gemeinsame Regeln: „Ich sage in Richtung der Europäischen Kommission: Wir wollen mehr! Baut die Barrieren ab! Wir stehen bereit!“ Aber auch im menschlichen Bereich müsse mehr getan werden. „Wichtig sind vor allem Kontakte der Zivilgesellschaft. Man darf die Beziehungen nicht als selbstverständlich nehmen und muss diese pflegen. Dazu gehört manchmal auch mehr Zurückhaltung und das Anerkennen von Unterschieden“, erklärte Friso Wielenga, Direktor des Zentrums für Niederlande-Studien.

Im Mittelpunkt der Veranstaltung stand aber vor allem die Suche nach neuen Konzepten, die den Austausch mit den Benelux-Staaten intensivieren. Über 100 Münsteraner kamen dazu in den Festsaal des Rathauses. In verschiedenen Schritten erarbeiteten sie in Kleingruppen schließlich unterschiedliche Ansätze, um dieses Ziel zu erreichen. So forderte eine Gruppe die Veranstaltung eines großen Festes mitten auf der deutsch-niederländischen Grenze. Andere Vorschläge beschäftigten sich dagegen mit der Schaffung eines einheitlichen Euregio-Tickets oder der Einrichtung einer Datenbank für europäische Veranstaltungen.

Die Ergebnisse wurden schließlich gesammelt und werden zusammen mit den Resultaten drei weiterer Benelux-Dialoge in anderen Städten am 15. November bei einer Abschlussveranstaltung in Essen vorgestellt und schließlich gebündelt an die Landesregierung übergeben.

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