LWL lockt zum Denkmalstag mit seltenen Angeboten
Archäologische Entdeckungstouren

Münster -

Ausgraben, untersuchen, konservieren – und dann? Natürlich ausstellen oder einlagern. So lässt sich die Arbeit der Archäologen des Landschaftsverbandes Westfalen-Lippe grob zusammenfassen. Dass auf diese Weise über die Jahrzehnte ganz schön viele Exponate zusammenkommen, können Besucher am Tag des offenen Denkmals (8. September) in der Speicherstadt erkunden.

Dienstag, 03.09.2019, 12:00 Uhr
Im Fundarchiv öffnen die Archäologen des Landschaftsverbandes normalerweise verschlossene Schubladen.
Im Fundarchiv öffnen die Archäologen des Landschaftsverbandes normalerweise verschlossene Schubladen. Foto: LWL/S. Brentführer

Bundesweit öffnen am Sonntag (8. September) wieder Bauten und Stätten ihre Türen, die normalerweise nicht zugänglich sind. Auch die Archäologen des Landschaftsverbandes Westfalen-Lippe laden an diesem Tag zu besonderen Führungen, Ausstellungen und Aktionen ein, die allesamt zudem kostenlos sind, wie der LWL mitteilt.

Ihren Hauptsitz hat die LWL- Archäologie in der Speicherstadt, in der im Zweiten Weltkrieg das Brot für die in Norddeutschland stationierten Wehrmachtsoldaten gebacken wurde. Im Speicher 12 finden um 13, 14, 15 und 16 Uhr Führungen durch das Zentrale Fundarchiv statt.

Vom Faustkeil bis zu Schwertern

Verteilt auf über acht Kilometer laufende Regalmeter, lagern dort Fundstücke aus allen Epochen der Menschheit: vom Faustkeil über Bronzebeile bis zu mittelalterlichen Schwertern.

Im selben Gebäude liegt auch die Restaurierungswerkstatt, in der dafür gesorgt wird, dass Funde aus Holz, Glas oder Eisen erhalten bleiben. Die einzelnen Fachbereiche können Besucher um 13.30, 14.30 und 15.30 Uhr kennenlernen.

Damit die Wissenschaftler Funde eindeutig identifizieren können, werden diese mit einer speziellen Maschine beschriftet. Deren Funktion können sich die Gäste im Erdgeschoss ansehen.

Selbst als Archäologe aktiv werden

Zudem können ganztägig Erwachsene und Kinder in die Rolle des Archäologen schlüpfen und an Mitmachstationen selbst aktiv werden, heißt es weiter. Von 12 bis 17 Uhr können sie Funde aus Glas erfassen, Holzproben datieren sowie Pflanzenreste und Tierknochen untersuchen.

Darüber hinaus stellen die Bibliothekarinnen die Spezialbibliothek der LWL-Archäologie vor. Wo früher Getreide gelagert wurde, stehen heute auf etwa 1200 Regalmetern rund 50 000 Bücher und Zeitschriften. Nicht nur Fachleute können dort stöbern – als Präsenzbibliothek sind die Räume im Speicher 7 allen Interessierten zugänglich. Führungen gibt es um 13.15, 14.45 und 16.15 Uhr.

Von der Buchmalerei bis zum Katapult

Rund um den Speicher 12 erwartet die Besucher ebenfalls ein breites Programm: Die Gruppen Experimentum e.V. und der Arbeitskreis Sachsenhof des Heimatvereins Greven führen alte Handwerkstechniken vor, so den Bronzeguss, die Seilherstellung und die Buchmalerei. Auch mittelalterliches Kriegsgerät in Form eines Katapultes kommt zum Einsatz.

Wer es friedlicher mag, kann zum Klang mittelalterlicher Instrumente tanzen. Außerdem bietet ein Gewinnspiel die Chance auf insgesamt drei LWL-Museumscards, die ein Jahr lang kostenfreien Eintritt in alle 18 Museen des Landschaftsverbandes und in die 14 Museen des Landschaftsverbandes Rheinland (LVR) bieten.

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