41. Kultur- und Heimattage eröffnet
„Heimat ist ein echter Wert“

Münster -

Der Stadtheimatbund hat am Montagnachmittag die 41. Kultur- und Heimattage eröffnet. Bis Ende Oktober sind mehr als 80 Veranstaltungen geplant. Höhepunkt ist die Aufführung des Historienspektakels „Vivat Pax“ am 21. September.

Montag, 02.09.2019, 21:00 Uhr
Ursula Warnke (Vorsitzende des Stadtheimatbundes) mit Oberbürgermeister Markus Lewe (M.) und Stadtheimatpfleger Heinz Heidbrink.
Ursula Warnke (Vorsitzende des Stadtheimatbundes) mit Oberbürgermeister Markus Lewe (M.) und Stadtheimatpfleger Heinz Heidbrink. Foto: kal

Der Begriff Heimat hatte lange etwas Altmodisches, fast Spießiges. Doch diese Zeiten sind vorbei: „Heimat ist ein echter Wert“, sagte am Montagnachmittag Oberbürgermeister Markus Lewe anlässlich der Eröffnung der 41. Kultur- und Heimattage. Gerade in einer immer schneller werdenden Welt, die vielen Bedrohungen ausgesetzt ist, sei es wichtig, zu solchen Werten zurückzufinden, so Lewe vor Vertretern der 35 münsterischen Heimatvereine im Ratskeller.

Lewe geriet ins Schwärmen über seine Heimat Münster: Der Oberbürgermeister erinnerte sich an seine Teilnahme am Lambertussingen in der Kindheit – und gestand, dass er die Fahrt mit dem Rad zur Arbeit genieße, vorbei an der Werse und den Blumen am Wegesrand. Doch was für ihn Heimat ist, sei für andere, die in Münster wohnen, nicht automatisch auch Heimat. Seine Schwiegereltern mussten einst ihre oberschlesische Heimat verlassen. „Sie wussten, dass sie in Münster nie eine Heimat haben werden“, so Lewe.

Über 80 Veranstaltungen

Zurück zu den 41. Kultur- und Heimattagen. Mehr als 80 Veranstaltungen sind bis Ende Oktober geplant. Höhepunkt ist die Aufführung des Historienspektakels „Vivat Pax“ am 21. September (13 und 16 Uhr). „Die Proben haben bereits begonnen“, berichtete Stadtheimatpfleger Heinz Heidbrink. „Das Ensemble ist begeistert.“

Wie viele andere Vereine leiden auch die münsterischen Heimatvereine unter Nachwuchsmangel. „Wenn jüngere Leute mitmachen, dann oft nur für einzelne Projekte – aber nicht auf Dauer“, so die Vorsitzende des Stadtheimatbundes, Ursula Warnke. Zusammen mit dem Bennohaus hat der Stadtheimatbund daher das Foto- und Videoprojekt „Meine Heimat Münster“ für Jugendliche bis zu 21 Jahren ins Leben gerufen.

Aus dem Tun erwächst Zugehörigkeit

Bis zum 31. Dezember haben Jugendliche die Möglichkeit, all das, was für sie Heimat ist, zu filmen oder zu fotografieren. Die Gewinner in den Altersklassen bis 14 und bis 21 Jahre erhalten je 200 Euro.

„Heimat muss man sich selber schaffen“, betonten Warnke und Heidbrink. „Es geht nicht darum, sich eine Kiepenkerljacke anzuziehen und ein Spiel mitzuspielen, dessen Regeln andere geschrieben haben. Heimat muss man sich selber bauen.“ Erst aus dem Tun erwachse Zugehörigkeit – „die wird einem nicht automatisch verliehen“.

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