Mordkommission ermittelt in Appelhülsen
Mann soll erst Frau, dann sich selbst getötet haben

Nottuln-Appelhülsen -

Nach einem nächtlichen Streit in Nottuln-Appelhülsen hat die Polizei eine Frau tot am Ortsrand entdeckt. Ihr früherer Lebenspartner wurde tot an der Bahnstrecke zwischen Appelhülsen und Bösensell entdeckt. Die drei gemeinsamen Kinder sind jetzt in Obhut des Jugendamts.

Mittwoch, 04.09.2019, 14:45 Uhr aktualisiert: 05.09.2019, 08:22 Uhr
Mordkommission ermittelt in Appelhülsen: Mann soll erst Frau, dann sich selbst getötet haben
An der Grünfläche dieser Jesusstatue in Nottuln-Appelhülsen wurde die Leiche der 27-Jährigen entdeckt. Foto: Guido Kirchner/dpa

Wie die Polizei am Mittwochmorgen berichtet, sind in der Nacht in Nottuln-Appelhülsen zwei Tote (34 und 27) gefunden worden, bei denen es sich um ein aus Syrien stammendes Paar handelt. Eine Mordkommission ermittelt.

„Nach den bisherigen Ermittlungen gehen Polizei und Staatsanwaltschaft derzeit davon aus, dass der 34-jährige Mann seine ehemalige Lebenspartnerin und von ihm getrennt lebende Mutter der drei gemeinsamen Kinder durch erhebliche Gewalteinwirkung schwer verletzt und dadurch möglicherweise getötet hat", fasste Oberstaatsanwalt Martin Botzenhardt den aktuellen Ermittlungsstand am Mittwochmittag in Münster zusammen.

„Anschließend bewegte sich der Mann zur Bahnlinie Münster - Dülmen und nahm sich dort offensichtlich selbst das Leben. Die Kriminalpolizisten haben weder am Auffindeort seines Leichnams noch bei den ersten Ermittlungen Hinweise gefunden, die auf eine Beteiligung Dritter an dem Geschehen hindeuten."

Polizei findet Leichen

Zeugen hatten gegen 0.20 Uhr die Polizei in Coesfeld über einen Familienstreit in einem Mehrfamilienhaus in Nottuln-Appelhülsen informiert. Als die Beamten vor Ort eintrafen, hatten sich die Lebenspartner jedoch bereits aus der Wohnung entfernt. Nachdem aus der Nachbarschaft Hinweise auf eine mögliche Gewaltanwendung des Manns gegen seine Frau erfolgten, suchte die Polizei intensiv nach den beiden Personen.

„Gegen drei Uhr entdeckten Polizisten auf einer Grünfläche am Ortsrand von Appelhülsen die Leiche einer Frau", erläuterte Oberstaatsanwalt Martin Botzenhardt. „Piloten des eingesetzten Polizeihubschraubers meldeten gegen 4.20 Uhr einen leblosen Körper an der Bahnstrecke zwischen Appelhülsen und Bösensell.“

Drei Kinder in Obhut des Jugendamts

Eine Mordkommission des Polizeipräsidiums Münster unter der Leitung von Kriminalhauptkommissar Frank Schneemann hat die Ermittlungen übernommen. Zur Feststellung der genauen Todesursache hat die Staatsanwaltschaft Münster beim Amtsgericht die Obduktion der Verstorbenen im Institut für Rechtsmedizin der Universitätsklinik beantragt.

Zurück bleiben drei gemeinsame Kinder im Alter von fünf, acht und neun Jahren. Die Sorge für sie und ihre vorläufige Unterbringung übernahm zwischenzeitlich bereits das Kreisjugendamt Coesfeld. 

Die Bahnstrecke Münster-Dülmen-Ruhrgebiet wurde in dem Bereich zwischen Bösensell und Appelhülsen für mehrere Stunden gesperrt. Die Bahn setzte Ersatzbusse ein.

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