Neffe wegen Mordverdachts festgenommen
Vermisste Kinderhauserin tot aufgefunden

Münster -

Anfang August wurde eine 68-Jährige aus Kinderhaus als vermisst gemeldet. Nun gab die Polizei bekannt, dass die Frau tot aufgefunden wurde. Wegen Mordverdachts nahmen die Beamten jetzt ihren 52-jährigen Neffen fest. 

Mittwoch, 04.09.2019, 15:50 Uhr aktualisiert: 05.09.2019, 10:03 Uhr
Neffe wegen Mordverdachts festgenommen: Vermisste Kinderhauserin tot aufgefunden
Mit einem Siegel hat die Polizei das Haus der toten 68-Jährigen aus Kinderhaus versehen. Foto: Oliver Werner

Die 68-jährige Kinderhauserin, die seit Anfang August vermisst worden war, ist Opfer eines Gewaltverbrechens geworden. Als dringend tatverdächtig gilt ihr 52-jähriger Neffe, der inzwischen in Untersuchungshaft sitzt. Zum Tatvorwurf hat er sich bislang nicht geäußert, teilten Polizei und Staatsanwaltschaft am Mittwoch in einer gemeinsamen Presseerklärung mit.

Seit 2. August galt die Frau als vermisst. An etlichen Stellen im Stadtgebiet hatten die Angehörigen Zettel aufgehängt und die Bevölkerung um Mithilfe bei der Suche nach ihrer Mutter und Großmutter gebeten. Der Einsatz eines Polizeihubschraubers sowie der Bereitschaftspolizei eine Woche nach dem Verschwinden der Frau verliefen ergebnislos.

Massive Gewalteinwirkungen

Rund 300 Kilometer von Münster entfernt, in Appen in Schleswig-Holstein, entdeckte am vergangen Freitag (30. August) eine Spaziergängerin an einem dicht bewachsenen, nur schwer zugänglichen Hang eine weibliche Leiche. Bei der am Dienstag (3. September) in der Hamburger Rechtsmedizin durchgeführten Obduktion sei schließlich „zweifelsfrei“ festgestellt worden, dass es sich bei der Leiche um die in Münster vermisste 68-Jährige handelte, berichten Polizei und Staatsanwaltschaft weiter. „Als Todesursache konnte eine massive Gewalteinwirkung gegen den Hals festgestellt werden“, so Oberstaatsanwalt Martin Botzenhardt, Sprecher der münsterischen Staatsanwaltschaft.

Im Rahmen der Ermittlungen einer beim Polizeipräsidium Münster eingerichteten Mordkommission sei der 52-jährige Neffe ins Visier der Beamten geraten. Die Ermittler fanden Hinweise darauf, dass ihm die 68-Jährige einen fünfstelligen Geldbetrag geliehen hatte, berichtet die stellvertretende Leiterin der Mordkommission, Kriminalhauptkommissarin Julika Böhlendorf. Als die Kinderhauserin ihr Geld zurückforderte, kam es vermutlich zu einem Streit, in dessen Verlauf der Beschuldigte seine Tante getötet haben soll.

Schreie in der Wohnung

Polizei und Staatsanwaltschaft gehen derzeit davon aus, dass sich der Streit – und womöglich auch die Tat – in der Wohnung der 68-jährigen ereigneten. Personen aus der Nachbarschaft der Frau berichteten am Mittwoch gegenüber unserer Zeitung, dass sie am Tag des Verschwindens der Frau Schreie in der Wohnung gehört hätten. Der 52-Jährige soll danach mit der Leiche im Auto zu seinem Wohnort im Landkreis Pinneberg gefahren sein und die Tote am späteren Fundort abgelegt haben.

Spezialkräfte der Polizei nahmen den Mann am Mittwoch in seiner Wohnung fest. In einer ersten Vernehmung äußerte sich der Neffe nicht zum Tatvorwurf. Die Staatsanwaltschaft Münster hat beim Amtsgericht Münster einen Haftbefehl wegen des Verdachts des Mordes beantragt.

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