Erklärung nach Vorfall abgegeben
Integrationsrat verurteilt Terrorismus scharf

Münster -

Nachdem ein Prediger im münsterischen Imam-Mahdi-Zentrum in Hiltrup in einem Video gesagt hat, stolz auf Terrorismus zu sein, hat sich der Integrationsrat jetzt vom Terrorismus distanziert.

Freitag, 06.09.2019, 15:14 Uhr aktualisiert: 06.09.2019, 15:42 Uhr
Das Imam-Mahdi-Zentrum an der Hünenburg in Hiltrup
Das Imam-Mahdi-Zentrum an der Hünenburg in Hiltrup Foto: Helmut Etzkorn

Der Integrationsrat der Stadt Münster hat sich in einer in seiner Sitzung am Donnerstagabend einstimmig verabschiedeten Presseerklärung vom Terrorismus distanziert und betont, diesen „aufs Schärfste“ abzulehnen. Aktueller Anlass war die Berichterstattung unserer Zeitung über ein im Internet kursierendes Video, das im münsterischen Imam-Mahdi-Zentrum in Hiltrup aufgenommen worden war. Der Prediger, so hatte es das „Middle East Media Resaerch Institute“ berichtet, habe sich darin in arabischer Sprache zum Terrorismus bekannt: „Wir sind stolz auf Terrorismus.“

Von unserer Zeitung um eine Stellungnahme gebeten, hatte sich ein zum Imam-Mahdi-Zentrum gehörendes Mitglied des Inte­grationsrates mit dem Satz geäußert: „Wir haben eine andere Definition von Terrorismus als Sie.“ In der Sitzung des Integrationsrates outete sich Abdul Sleiman als das so zitierte Mitglied und machte seiner Verärgerung über die Berichterstattung Luft.

"Wir sind eine friedliche Gemeinde"

Er sieht seine Gemeinde, die der Hisbollah nahesteht und seit Jahren vom Verfassungsschutz beobachtet wird, einer „Hetzkampagne“ ausgesetzt. Sleiman erklärte, dass der im Video dargestellte Prediger sich mit seiner Aussage, stolz auf Terrorismus zu sein, auf die Bekämpfung des IS oder wahabitischer Gruppen in arabischen Ländern bezogen habe. Hier, also in Münster oder Deutschland, „haben wir keinen IS und keine Wahabiten“, bemerkte Sleiman und betonte: „Wir sind eine friedliche Gemeinde.“

Die grüne Ratsfrau Rita Stein-Redent stellte klar, dass der vorgeschlagene Text der Presseerklärung lediglich erkläre, gegen Terrorismus zu sein, egal wer was gesagt habe. Das Gremium verabschiedete dann einstimmig den folgenden Text: „Der Integrationsrat hat sich in der Vergangenheit aus verschiedenen Gründen zum Thema Terrorismus geäußert und diesen stets auf das Schärfste kritisiert. Aus aktuellem Ablass betont der Integrationsrat noch einmal, dass er jegliche Art von Terrorismus, Antisemitismus, Antiislamismus ablehnt und auf das Schärfste kritisiert.“

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