Übung der Feuerwehr Münster
Verletzte nach Explosion im Hansa Berufskolleg

Münster -

Am Samstagmorgen lief am Hansa Berufskolleg eine Großübung der Feuerwehr Münster. Das geprobte Szenario: Eine Gasexplosion auf dem Schulhof, wo gerade der Grillstand für die Abschlussparty aufgebaut wird. 

Samstag, 07.09.2019, 10:22 Uhr aktualisiert: 07.09.2019, 12:31 Uhr
Übung der Feuerwehr Münster: Verletzte nach Explosion im Hansa Berufskolleg
Foto: Helmut Etzkorn

Knapp 20 Tote und Verletzte liegen zwischen Trümmerteilen, die Feuerwehr löst Großalarm aus. Das Übungsszenario am Samstagmorgen erinnert in der Dimension stark an die Lage wenige Minuten nach der Amokfahrt am Kiepenkerl. Viele Opfer, eine unklare Situation, schnelle Hilfe in großem Stil ist erforderlich.

„Genau das ist auch gewollt“, so der Ärztliche Leiter beim Rettungsdienst  der Berufsfeuerwehr, Dr. Andreas  Bohn. „Nach dem 7. April 2018 mussten auch wir bei der Feuerwehr neu denken. Die ersten 15 Minuten sind entscheidend, um möglichst viele Leben retten zu können.“ Deshalb üben erstmals alle drei Wachbesetzungen der Berufsfeuerwehr gemeinsam. Also Helfer, die sofort kommen, weil sie 24 Stunden im Dienst sind.

„Alles steht und fällt mit Einsatzkräften, die schnell da sind. Und das ist nun mal die Berufsfeuerwehr, weil sie sofort mit voller Stärke ausrücken kann“, so Bohn. Die Anfahrt über die durch eine Baustelle beengte Schillerstraße zum Berufskolleg ist schwierig, es ist wenig Raum für die Aufstellung der zahlreichen Rettungswagen vorhanden. Alles so, wie es auch in der Innenstadt wäre, wenn plötzlich viele Menschen Opfer eines Anschlags würden.

Leitende Notärzte sichten die Verletzten. Das Team für realistische Unfalldarstellung an der Johanniter-Akademie Münster hat 20 junge Mimen täuschend echt mit Schnittwunden, Brandverletzungen, Quetschungen und amputierten Gliedmaßen markiert und das wirkt auf die Retter „fast wie im Ernstfall“, so Bohn. Ein großes Lob geht auch an diejenigen, die gar nicht vor Ort sind. Feuerwehr-Pressesprecher Jörg Rosenkranz: „So eine Übung mit diesem Szenario und allen Hauptamtlichen wäre in der üblichen Dienstzeit gar nicht möglich. Nur durch Unterstützung der Freiwilligen Löschzüge und der Hilfsorganisationen, die für zeitgleich zur Übung stattfindende Einsätze parat stehen, kann die Berufsfeuerwehr so eine Lage trainieren.“

Nach der Erstversorgung  vor Ort wird der Transport in die Krankenhäuser organisatorisch durchgeplant. „So etwas klappt im Ernstfall nur reibungslos, wenn es vorher geprobt wird“, so Rosenkranz. Feuerwehr-Dezernent Wolfgang Heuer zählt zu den Beobachtern des rund dreistündigen Praxistests für den Ernstfall. „Ohne Übungen auf hohem Niveau gibt es später auch kein Einsatzerfolg auf hohem Niveau“, so Heuer. In den kommenden Wochen werden die Ergebnisse ausgewertet. Ziel ist es, die Abläufe gerade in der ersten Phase bei einem so genannten Massenanfall von Verletzten weiter zu optimieren.

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