Erste Förderpreisausstellung der Volksbank
Junge Spitzenkunst aus Münster

Münster -

Die „Neun“ ist eine der spannendsten Ausstellungen in der Stadt. Denn hier sind „Neun“ auf dem Sprung – von der Kunstakademie Münster in eine vielversprechende Zukunft. Und die Qualität der jungen Künstler ist hoch, was auch die Jury gestern lange beschäftigte, die sich am Ende für Artur Moser entschied.

Mittwoch, 11.09.2019, 19:08 Uhr
Artur Moser hat den ersten Förderpreis Kunst der Volksbank Münster erhalten. Der Absolvent der Kunstakademie Münster malt nicht nur handwerklich und inhaltlich virtuos, sondern gibt den traditionellen japanischen Zierknöpfen Netsuke eine europäisch psychologische Dimension.Artur Moser hat den ersten Förderpreis Kunst der Volksbank Münster erhalten. Der Absolvent der Kunstakademie Münster malt nicht nur handwerklich und inhaltlich virtuos, sondern gibt den traditionellen japanischen Zierknöpfen Netsuke (kl. Bild) eine europäisch psychologische Dimension.
Artur Moser hat den ersten Förderpreis Kunst der Volksbank Münster erhalten. Der Absolvent der Kunstakademie Münster malt nicht nur handwerklich und inhaltlich virtuos, sondern gibt den traditionellen japanischen Zierknöpfen Netsuke eine europäisch psychologische Dimension.Artur Moser hat den ersten Förderpreis Kunst der Volksbank Münster erhalten. Der Absolvent der Kunstakademie Münster malt nicht nur handwerklich und inhaltlich virtuos, sondern gibt den traditionellen japanischen Zierknöpfen Netsuke (kl. Bild) eine europäisch psychologische Dimension. Foto: Gerhard H. Kock

Förderpreis Kunst der Volksbank

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Moser ist der erste Träger des mit 3000 Euro dotierten Preises des Förderprogramms, mit dem die Volksbank Münster zusammen mit der Kunstakademie junge Künstler mit Bezug zu Münster fördert. Jedes Jahr nimmt die Bank drei junge Talente für jeweils drei Jahre auf; mit der Aufnahme in das Programm erhalten die Teilnehmer jeweils einen Start-Förderbetrag von 2000 Euro. Darüber hinaus stellt die Bank jedes Jahr einen Förderetat in Höhe von 10 000 Euro zur Verfügung. Doch das Geld ist der eine, die kontinuierliche Betreuung durch den Kurator, Ralf Hartweg, ist der andere, fast noch wichtigere Teil der Förderung. Hartweg hat jetzt auch die erste Ausstellung des Förderprogramms zusammengestellt, die auf zwei noch leer stehenden Etagen am Roggenmarkt einen idealen Raum für die Breite und Tiefe der Arbeiten bietet.

Artur Moser verblüfft durch zweierlei Künste: Malerei sowie Schnitzen, und in beiden finden sich psychologische, philosophische und humorvolle Tiefen. Seine Bilder scheinen wie im LSD-Rausch gemalt, dabei folgen die farbintensiven Kompositionen einer kompositorischen Strenge von Wiederholungen, Ornament und Dekor, die stets im Dienste einer inhaltlichen Aussage stehen. In „Final Reflection on the Self“, der letzten Reflexion über das Selbst, liegt ein aus Teilen zusammengesetztes Ego mit Buddhas Weisheitsdutt: Der sich selbst Suchende öffnet den Sternenhimmel und erblickt – eine Welt voller Icons. Das ist witzig und tiefschürfend zugleich. Und wie in einer Nussschale verkörpern seine entzückenden Versionen der japanischen Zierknöpfe Netsuke Ambivalenzen des Menschen.

Es gibt zahlreiche Maler unter den neun Geförderten. Moritz Neuhoff greift im Zyklus „Window“ gotische Glasmalerei mit ihrer metaphysischen Metaphorik auf; wie das Licht das Sichtbare formt, wird von ihm an der Grenze von Abstraktion und Gegenständlichkeit befragt. Verena Gründel hat ihre ungewöhnlich großen Aquatinta-Radierungen in punktuell erleuchtete Glaskästen gepackt, was den verlassenen Bungalows mit ihren Swimmingpools eine zusätzlich unheimliche und schöne Aura verleiht.

Eilike Schlenkhoff „wölbt“ Leinwände nach außen und innen. Ihre pseudo-plastischen Bildfindungen spielen lustvoll auf flacher Ebene mit der dritten Dimension. Fabian Warnsing malt Comic-Gemälde, zeichenhafte Geschichten oder Szenen, die das Schräge der Wirklichkeit thematisieren.

Julian Reiser befragt virtuos und variantenreich die Malerei in Zeiten von Digitalisierung und Indus­trialisierung, dafür hat er sogar eine Malmaschine programmiert, die Bilder malt: Sind es dann seine? Oder die der Maschine? Robin Ortgies macht in seinen Objekten Widersprüche sinnfällig: Auf schwere Hämmer hat sich sanft Schnee gelegt wie Zuckerguss. Katharina Kneip hat die Einsamkeit Ost- und Nordeuropas gesucht und in Videos verarbeitet: So schwimmt sie (bei Minus 17 Grad) nackt von rechts nach links durch eine unberührte Schneelandschaft. David Rauer stellt seine schrillen, bunten Objekte aus Keramik vor, die in ihrer Wildheit ihre Zerbrechlichkeit zu leugnen scheinen.

Zum Thema

Die Ausstellung ist bis zum 1. Oktober im Roggenmarkt 14 (Eingang über die Gasse zwischen „vitra“ und „Granit“) zu sehen. Geöffnet: Montag bis Freitag von 11 bis 17 Uhr und Samstag von 10 bis 14 Uhr. Es ist ein Katalog erschienen, der von Dr. Stefan Rasche (ehemaliger Galerist aus Münster) verfasst wurde. Eintritt frei.

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