Andere haben mehr Probleme
Münsters Finanzen im Städtevergleich

Münster -

Einige Monate vor seinem Ausscheiden hat Stadtkämmerer Reinkemeier die Eckdaten der städtischen Finanzen von zehn vergleichbar großen NRW-Städten zusammengetragen. Hier das Ergebnis:

Freitag, 13.09.2019, 10:00 Uhr
Alfons Reinkemeier hütet seit acht Jahren Münsters Kasse. Jetzt hat er einen Vergleich gezogen.
Alfons Reinkemeier hütet seit acht Jahren Münsters Kasse. Jetzt hat er einen Vergleich gezogen. Foto: Oliver Werner

Eine Haushaltsrede der ganz anderen Art präsentierte der scheidende Stadtkämmerer am Mittwochabend. Er skizzierte die Finanzen von zehn NRW-Städten – alle zwischen 200 000 und 400 000 Einwohner groß – im Vergleich. Es sind neben Münster die Städte Bochum, Wuppertal, Bielefeld, Bonn, Mönchengladbach, Gelsenkirchen, Aachen, Krefeld und Oberhausen.

Hier eine Übersicht:

► Steuerkraft je Einwohner: Hier liefert sich Münster seit Jahren ein Wettrennen mit Bonn. Beide Städte nehmen über 1000 Euro je Einwohner an eigenen Steuern (zumeist Gewerbesteuer) ein. Zum Vergleich: Die Städte Oberhausen und Gelsenkirchen müssen jeweils mit weniger als 700 Euro je Einwohner auskommen. In Teilen wird dieser Unterschied durch Landesmittel aufgefangen. Kämmerer Reinkemeier hielt aber fest: „Eigene Einnahmen sind immer besser.“

► Kassenkredite: Kassenkredite sind für eine Stadt das, was der Dispo beim Girokonto für den Privatkonsumenten ist: Wenn man überzieht, wird es teuer. Münster steht in dieser Kategorie auf Platz eins (fast gar keine Kassenkredite), Oberhausen landet auf Platz zehn.

► Personalausgaben (gemessen am Haushalt): 22,7 Prozent des Geldes aus der Stadtkasse fließen in Münster in die Gehälter der Mitarbeiter. Nur in Krefeld (25,5 Prozent) und in Bonn (24,1 Prozent) sind es mehr. In Bielefeld (16,9 Prozent) oder Gelsenkirchen (17 Prozent) spielen Personalausgaben gemessen an den Gesamtausgaben eine deutlich geringere Rolle.

► Schuldenstand: Wenn es um die Pro-Kopf-Verschuldung geht, sind nur Bielefeld und Krefeld besser als Münster. Einsamer Ausreißer nach oben ist (wie in vielen anderen Punkten) Oberhausen.

 Eigenkapitalquote: Sie drückt – vereinfacht ausgedrückt – das Verhältnis der vorhandenen Vermögenswerte zu den Ausgaben aus. Mit einer Quote von 21,1 Prozent liegt Münster auf Platz vier hinter Aachen, Bonn und Krefeld. Sorgenkind ist wieder einmal Oberhausen.

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