„A-Z Architekten“ widmet sich Heinrich Benteler
Von Kirchen und Kneipen

Münster -

In der Reihe „A-Z Architekten“ widmet der Bund Deutscher Architekten (BDA) Münster-Münsterland dem Architekten Heinrich Benteler. Er hat an markanten Gebäuden in Münster gewirkt.

Dienstag, 17.09.2019, 16:30 Uhr aktualisiert: 17.09.2019, 17:01 Uhr
Symbol des Wiederaufbaus: das Rathaus zu Münster, 1950 bis 1958 rekonstruiert von Heinrich Benteler.
Symbol des Wiederaufbaus: das Rathaus zu Münster, 1950 bis 1958 rekonstruiert von Heinrich Benteler. Foto: Roland Borgmann

Der Wiederaufbau des Domes und des Rathauses in Münster wurde für Heinrich Benteler zur Lebensaufgabe. Er kannte seine Heimatstadt noch unzerstört – und wurde zum Wegbereiter für einen sorgsamen Wiederaufbau nach 1945. Auch verdankt Münster ihm viele weitere lebendige Orte des Alltags – so sämtliche traditionelle Gaststätten, von Pinkus Müller bis zum Kiepenkerl, vom Alten Gasthaus Leve bis Kruse Baimken.

In der Reihe „A-Z Architekten“ widmet der Bund Deutscher Architekten (BDA) Münster-Münsterland nunmehr dem Architekten Heinrich Benteler (1892-1975) einen besonderen Architekturabend – am Donnerstag (19. September) um 19 Uhr im Stadtweinhaus im dortigen Ratskeller.

Seine prägenden Jahre verbrachte Benteler ab 1919 in München. An der Kunstgewerbeschule vermittelten ihm Lehrer wie Richard Riemerschmid die Einheit von Grafik, Kunst und Architektur. Auch Benteler verstand die Mittel der Kunst als Gestaltungsmittel der Zeit. Als guter Zeichner bewährte er sich zunächst in kleinen Aufgaben. Er gestaltete Bücher und Urkunden, Gedenktafeln und gusseiserne Ausleger für Gaststätten und Geschäfte. Den Kontakt nach Münster pflegte er innerhalb der Künstlervereinigung „Die Schanze“, dessen Mitglied er 1920 wurde.

Ganz in das heimatliche Münster kehrte der viel begabte Zeichner 1923 zurück, wo er im Büro Alfred Hensen an ersten Bauprojekten mitwirkte. 1925 erfolgte die Gründung eines eigenen Büros mit Albert Wörmann. Die Gestaltung des „Ratskellers“ (1925) stellte das erste eigene Architekturprojekt dar.

Wohnhäuser und Kirchen (unter anderem die Dreifaltigkeitskirche 1938) folgten zunächst in expressionistischer, dann modern-sachlicher Sprache mit deutlichem Bezug zur Amsterdamer Schule. Nach 1945 zählte er zu den wichtigen Stimmen des Wiederaufbaus. Sowohl den Dom als auch den Rathaus-Giebel ließ er aus den Trümmern neu erstehen.

In seinem Vortrag „Von Kirchen und Kneipen: Architektur als Gesamtkunstwerk“ wird Stefan Rethfeld Leben und Werk des Architekten Heinrich Benteler anschaulich vorstellen. Alle Architektur-Interessierten sind eingeladen. Der Eintritt ist frei.

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