Prozess um schweren sexuellen Missbrauch
Aufhebung des Haftbefehls beantragt

Münster -

Am vierten Verhandlungstag des Prozesses am Landgericht Münster gegen die drei Männer aus Münster und Everswinkel, denen schwerer sexueller Missbrauch von Kindern vorgeworfen wird, wurden Zeugen und erneut zwei mutmaßliche Opfer gehört. Nach sechseinhalb Stunden Verhandlung beantragte die Verteidigung von einem der Angeklagten die Aufhebung des Haftbefehls.

Mittwoch, 18.09.2019, 18:00 Uhr aktualisiert: 18.09.2019, 20:10 Uhr
Der Prozess gegen die drei Angeklagten, hier ein Foto vom Prozessauftakt, wurde am Mittwoch (18. September) am Landgericht fortgesetzt.
Der Prozess gegen die drei Angeklagten, hier ein Foto vom Prozessauftakt, wurde am Mittwoch (18. September) am Landgericht fortgesetzt. Foto: Oliver Werner

Die rund 25 Zuschauer sitzen am Mittwochmorgen beim Prozess gegen die drei Männer aus Münster und Everswinkel, denen schwerer sexueller Missbrauch von Kindern vorgeworfen wird, keine drei Minuten auf ihren Plätzen, da müssen sie den großen Saal des Landgerichts Münster auch schon wieder verlassen.

Denn auch der vierte Verhandlungstag findet zum Schutz der mutmaßlichen Opfer weitestgehend unter Ausschluss der Öffentlichkeit statt. Bevor die Zuschauer jedoch aus dem Raum gebeten werden, können sie noch sehen, dass der geständige 38-jährige Hauptangeklagte Johannes J. sichtlich aufgewühlt ist. Seine Verteidigerin reicht ihm Taschentücher, damit er seine Tränen trocknen kann.

Langer Verhandlungstag

In den folgenden sechseinhalb Stunden werden nach Angaben von Landgerichtssprecher Dr. Steffen Vahlhaus die Polizeibeamten gehört, die die mutmaßlichen Opfer vernommen haben. Außerdem wird eine Polizistin befragt, die Datenträger des bisher nicht geständigen 50-jährigen Münsteraners ausgewertet hat.

Auch die beiden Jungen, von denen die Staatsanwaltschaft annimmt, dass sie Opfer von Übergriffen geworden sind und die bereits am zweiten Verhandlungstag ausgesagt haben, müssen erneut vor Gericht erscheinen. Es habe Nachfragen seitens der Kammer bezüglich der mutmaßlichen Täterschaft des 50-jährigen Münsteraners gegeben.

Entscheidung in Kürze erwartet

Die Verteidigung des Angeklagten habe nach der Befragung die Aufhebung des Haftbefehls beantragt. Über den Antrag sei noch nicht entschieden worden, so der Gerichtssprecher. Eine Entscheidung werde aber in Kürze erwartet. Des Weiteren habe die Verteidigung einen Antrag gestellt, Zeugen zu laden, die den 50-Jährigen entlasten sollen.

Der Prozess werde am 23. September mit dem fünften von insgesamt sieben angesetzten Verhandlungstagen fortgesetzt, sagte Vahlhaus. Unter anderem stünden noch Gutachten von Sachverständigen aus. Die Kammer habe außerdem vorsorglich Termine abgesprochen, falls die angesetzten Verhandlungstage nicht ausreichten.

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