ADFC beschäftigt sich mit Tretrollern
Radler-Lobby startet Fahrtraining für E-Scooter

Münster -

Ein erstes, internes Sicherheitstraining bot jetzt der Allgemeine Deutsche Fahrrad-Club (ADFC) für E-Scooter-Fahrer an. Die flotten Flitzer sind für die Radler-Lobby zwar ein umweltfreundliches Verkehrsmittel auf der letzten Meile, würden aber keine Autofahrer zum Umsteigen bewegen.

Donnerstag, 19.09.2019, 08:00 Uhr
Zu einem internen Sicherheitstraining trafen sich jetzt ADFC-Mitglieder mit dem E-Scooter-Verleiher Tier und der Ordnungspartnerschaft auf dem Hof der Anne-Frank-Berufskollegs. Mit dabei waren Johannes Junge-Wentrup von Tier (2.v.r.) und Andreas K. Bittner, Vorsitzender des ADFC in Münster (4.v.r.).
Zu einem internen Sicherheitstraining trafen sich jetzt ADFC-Mitglieder mit dem E-Scooter-Verleiher Tier und der Ordnungspartnerschaft auf dem Hof der Anne-Frank-Berufskollegs. Mit dabei waren Johannes Junge-Wentrup von Tier (2.v.r.) und Andreas K. Bittner, Vorsitzender des ADFC in Münster (4.v.r.). Foto: hpe

„Prinzipiell gut, weil emissionsfrei. Aber auf der letzten Meile bringt der Scooter uns nicht wirklich weiter, weil es ein reines Freizeitgerät ist und keinen Autofahrer in der Stadt zum Umsteigen bringt.“ Andreas K. Bittner, Vorsitzender des ADFC in Münster, erwartet die eigentliche Bewährungsprobe für die Akzeptanz der seit drei Monaten zugelassenen E-Scooter erst im Herbst. „Wenn es regnerisch wird und das Laub fällt, wird sich zeigen, ob der Roller immer noch vielen Münsteranern Spaß macht.“

Am Dienstag startete der ADFC ein erstes internes Sicherheitstraining gemeinsam mit der Firma Tier, bislang einziger Verleiher der flotten Flitzer in der Westfalenmetropole. Eingeladen waren dazu auch die Vertreter der Ordnungspartnerschaft „Sicher durch Münster“.

Bereits 60.000 Nutzer registriert

Und Tier-Citymanager Johannes Junge-Wentrup präsentierte eindrucksvolle Zahlen. Über 60.000 Nutzer habe man bislang registriert, Unfälle seien sehr selten. „Man hat sich nach 100 Metern dran gewöhnt, und die Mehrzahl der Fahrer in allen Altersgruppen hat sehr schnell sehr viel Spaß daran“, sagt Junge-Wentrup.

Den Eindruck hat man auch bei den Teilnehmern der kurzen Testfahrten auf dem Hof des Anne-Frank-Berufskollegs. Anfangs stehen viele merklich unsicher auf dem schmalen Trittbrett. Das etwas kipplige Lenkverhalten muss man erst mal drauf haben. Und einhändig fahren, um beispielsweise ein Handzeichen beim Abbiegen geben zu können, ist nur etwas für geübte E-Scooter-Piloten.

Tier checkt nach eigenen Angaben in jeder Nacht bei allen eingesammelten Elek­trokleinstfahrzeugen Bremsen, Licht, Kennzeichen, Beschleunigung und mögliche Beschädigungen. In den kommenden Wochen beispielsweise beim Lichterfest auf dem Mühlenhof-Areal will das Unternehmen einen Info-Point mit Testfahrt-Möglichkeiten anbieten. Kritik gab es bislang besonders an den grellen Lichtern, die abends Radler und Fußgänger blenden. Hier will man „zügig nachbessern“, so Junge-Wentrup.

Abendliche Fahrten unter Alkoholeinfluss 

In anderen Städten sind abendliche Fahrten unter Alkoholeinfluss ein Problem, das schnell zum Führerscheineinzug führen kann. Die Polizei wird im Herbst in Münster entsprechend kon­trollieren. Auf der Promenade, die eigentlich eine Straße und kein ausgewiesener Radweg ist, sind E-Scooter laut ADFC übrigens von Stadt und Polizei stillschweigend geduldet, obwohl dort eigentlich nur Radfahrer als Ausnahme erlaubt sind.

Bittners Resümee: „Wir wollen mit dieser Aktion das Gespräch mit den Ordnungspartnern suchen. Ob wir bald öffentliche Trainingskurse für E-Scooter-Benutzer anbieten, ist noch nicht entschieden.“

https://event.yoochoose.net/news/705/consume/10/2/6940158?categorypath=%2F2%2F2669082%2F2670173%2F2686135%2F2686808%2F2686822%2F
Nachrichten-Ticker