50 Jahre Friedensschule
30 Tauben zum runden Jubiläum

Münster -

Runde Geburtstage muss man feiern: Das 50-jährige Jubiläum der Friedensschule wurde mit einem Gottesdienst im St.-Paulus-Dom mit Bischof Dr. Felix Genn und einem Festakt in der Schule begangen. Und mit einer Flugshow der etwas anderen Art.

Donnerstag, 19.09.2019, 11:00 Uhr
Symbolisch ließ die Schulgemeinschaft nach dem Gottesdienst 30 Friedenstauben vom Domplatz aus fliegen.
Symbolisch ließ die Schulgemeinschaft nach dem Gottesdienst 30 Friedenstauben vom Domplatz aus fliegen. Foto: Bischöfliche Pressestelle/Ladermann

Als die 30 Friedenstauben ihre Käfige auf dem Domplatz verließen, brach Applaus aus. Angefeuert von 1500 Friedensschülern, 400 Lehrkräften und vielen Eltern flogen die Vögel gen Himmel. Es war eine symbolische Aktion der Bischöflichen Gesamtschule anlässlich ihres 50-jährigen Jubiläums – möglich gemacht durch einen ehemaligen Friedensschüler, heute Hobby-Taubenzüchter. Gefeiert wurde mit einem Gottesdienst im St.-Paulus-Dom mit Bischof Dr. Felix Genn, an dem die Schulgemeinschaft teilnahm, sowie einem Festakt in der Schule.

Es war ein einzigartiges Modell in Deutschland, als 1969 die Friedensschule als erste Gesamtschule in bischöflicher Trägerschaft gegründet wurde, heißt es in einer Pressemitteilung des Bistums. „Das Bistum Münster hat es gewagt und hat sich in diesen unruhigen Zeiten der Herausforderung gestellt – mit Erfolg“, lobte der Bischof. In seiner Predigt machte er auf den Namen der Schule aufmerksam, der bis heute aktuell sei. „Ihr, liebe Schülerinnen und Schüler, geht in einer Zeit zur Schule, in der es gilt, sich mit allen Kräften gegen negative Tendenzen in unserer Gesellschaft einzusetzen.“ Das nötige Rüstzeug erhielten die Mädchen und Jungen in der Friedensschule, betonte Bischof Genn und dankte den Lehrerinnen und Lehrern ebenso wie den Eltern.

Mit großem Einsatz hatten Schüler, Lehrer und Eltern zur Gestaltung des Jubiläumsauftakts beigetragen: Für den Gottesdienst hatte sich eigens ein Projektchor mit rund 100 Sängerinnen und Sängern sowie ein Orchester gebildet. Der anschließende Festakt wurde musikalisch durch die Big Band der Friedensschule und des Hittorf-Gymnasiums gestaltet.

Beim Festakt in der Friedensschule würdigte Oberbürgermeister Markus Lewe die vergangenen 50 Jahre als „eine große Erfolgsgeschichte“. Als Ehemann einer Friedensschülerin und Vater von fünf Friedensschülern sei es ihm kaum möglich, neutral zu sprechen, erklärte er. Und das wollte er auch nicht: „Ich hatte das Glück, dass meine Kinder eine solche Schule besuchen durften. Für uns war das ein Geschenk.“

Stellvertretend für die Schülerschaft sprachen Charlotte Haack und Franziska Griepentrog. Neben einem respektvollen Verhalten und einem guten Miteinander werde den Schülern vor allem Frieden als Kernelement mitgegeben – auch mit Blick auf die Geschichte. „Das ist wichtig, denn ohne Verständnis für die Vergangenheit können wir es in Zukunft nicht besser machen“, betonten die beiden.

Marc Zahlmann, Vertreter der Elternschaft, hob die besondere Atmosphäre der Schule hervor. „Die Schule ist dadurch nicht nur Lernort, sondern auch Lebensraum – und das spüren auch wir Eltern“, sagte der Vater.

Schulleiter Ulrich Bertram verwies auf den Namen der Friedensschule, die als einzige bischöfliche Schule nicht nach einem Heiligen oder einer besonderen Person der Kirchengeschichte benannt ist. „Nicht jeder in der Friedensschule wird Friedensaktivist, ein Retter auf einem Boot im Mittelmeer oder ein Arzt ohne Grenzen“, so Bertram. „Aber jeder in unserer Schule kann lernen, in ihrer oder seinen kleinen Welt einen Beitrag für den Frieden und gegen Hass, Vorurteile und Ausgrenzung zu leisten.“

Am Samstag (21. September) veranstaltet die Friedensschule anlässlich des Jubiläums ein Schulfest, zu dem alle Schüler, Eltern, das Kollegium, Mitarbeiter, ehemalige Lehrkräfte und geladene Gäste eingeladen sind.

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