Zehn Jahre „Meet“
Heimat der Batterieforschung

Münster -

Der zehnte Geburtstag des Batterieforschungszentrums „Meet“ ist der Startschuss in eine neue Zukunft. Bei der Jubiläumsfeier richtete sich der Blick auf das vom Bund bewilligte Riesen-Projekt Batterieforschungsfabrik.

Mittwoch, 18.09.2019, 20:14 Uhr aktualisiert: 18.09.2019, 20:20 Uhr
Das Leitungsteam des „Meet“ (v.r.): der wissenschaftliche Leiter Martin Winter, Gerhard Hörpel, früherer kaufmännischer Leiter und im Personal- Tableau immer noch als „Direktor im Ruhestand“ geführt, Projektmanagerin Adrienne Hammerschmidt und der kaufmännisch-technische Leiter Falko Schappacher
Das Leitungsteam des „Meet“ (v.r.): der wissenschaftliche Leiter Martin Winter, Gerhard Hörpel, früherer kaufmännischer Leiter und im Personal- Tableau immer noch als „Direktor im Ruhestand“ geführt, Projektmanagerin Adrienne Hammerschmidt und der kaufmännisch-technische Leiter Falko Schappacher Foto: Karin Völker

Die Batterieforschung in Münster hat schon einige Stürme überstanden. Das Tief „Ela“, das vor fünf Jahren die Gründungsfeier des Helmholtz-Instituts Münster zur Erforschung von Speichertechnologie durcheinanderwirbelte, war nichts gegen den Orkan der Entrüstung vor allem aus Baden-Württemberg und Bayern, der nach der Entscheidung hereinbrach, in Münster die deutsche Batterieforschung zu konzentrieren.

Zum zehnten Geburtstag des Batterieforschungszen­trum „Meet“ (Münster Electrochemical Energy Technology) waren darum aller Augen eher in die Zukunft als in die Vergangenheit gerichtet. Denn das Thema, bei dem in Wirtschaft und Politik, so Meet-Chef Martin Winter, bisweilen eine gewisse „Behäbigkeit“ spürbar gewesen sei, soll nun gehörig Fahrt aufnehmen. Dr. Michael Meister, der Staatssekretär im Bundesbildungsministerium, wo die Entscheidung für Münster und NRW in dem Prestigeträchtigen Wettbewerb fiel, betonte, dass die Heimat der Batterieforschung, einem „vorrangigen Ziel in der High-Tech-Strategie des Bundes“, nun Münster sei.

Kooperation mit allen anderen Standorten 

Das aber bedeutet nicht, dass woanders nicht mehr geforscht wird. Nach der Entrüstung über die Standortentscheidung machten bei der Jubiläumsfeier alle Redner die Kooperation mit allen anderen Standorten des Forschungsfeldes zum Schwerpunkt ihrer Ansprachen. So betonte NRW-Wissenschaftsministerin Isabel Pfeiffer-Poensgen nun ein „integrierendes Vorgehen“ bei der Umsetzung des Projekts. Sie kündigte auch die Finanzierung eines Neubaus für das Helmholtz-Institut an.

Dass nun in Münster die Fäden zusammenlaufen, das ist nach den Worten aller Redner vor allem dem wissenschaftlichen Leiter des „Meet“, Professor Martin Winter, zu verdanken, der als Netzwerker ebenso gelassen wie stringent die Forschung und Entwicklung vorangetrieben habe, sagte Oberbürgermeister Markus Lewe.

Nachwuchs wird ausgebildet

Aus der Ansiedlung der Batterieforschungsfabrik, so Lewe, „werde eine Kraft hervorgehen, die Münster verändern wird“. Für Prof. Johannes Wessels, Rektor der Universität, ist die starke Batterieforschung auch ein Grundstein, um in Kooperation mit der Universität Twente technische Fachgebiete stärker in die WWU zu integrieren. Wissenschaftlicher Nachwuchs für die Batterieforschung wird an der Universität in einer Forschungsschule für dieses Gebiet ausgebildet.

Mit Gerhard Hörpel, bis zu seiner Pensionierung kaufmännischer Leiter des Meet, trat der zweite Gründervater der Einrichtung ans Rednerpult. Er räumte mit den „Mythen“ auf, die es bisher der Elektromobilität schwer machten. E-Mobilität ist machbar, so Hörpel: Autos mit Hybridtechnologie seien nicht mehr besonders teuer, die Reichweite der E-Autos gehe inzwischen bis zu 500 Kilometer, das Laden funktioniere schnell. Beim Netz der Ladesäulen gebe es aber noch einiges zu verbessern, merkte Martin Winter noch in einer Pressekonferenz an. Auch in Münster, der Heimat der Batterieforschung.

Der neue Mann für die Batterieforschung in Münster

Professor Jens Tübke von der Fraunhofer-Gesellschaft wird den Aufbau der Batterieforschungsfabrik in Münster, die damit verbundenen Forschungsprojekte und den Standort in Ibbenbüren zur Recycling-Forschung koordinieren. Tübke ist Produktbereichsleiter beim Fraunhofer-Institut für Chemische Technologie in Pfinztakl bei Karlsruhe. „Wir haben mit dem ,Meet’ einen tollen Partner gefunden“, sagte Tübke am Mittwoch in Münster. Seine Person steht für die Zusammenarbeit mit anderen Standorten der Batterieforschung, besonders in Baden-Württemberg. Die Fraunhofer-Gesellschaft setzt nun in NRW mit Schwerpunkt in Münster die Förderung der Batterieforschungsfabrik um. Allein der Bund stellt dafür 500 Millionen Euro zur Verfügung.

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