Der Schrecken am Tag danach
Nachbarn sind entsetzt über Tragödie am Max-Klemens-Kanal

Münster-Sprakel -

Fünf Verletzte, zwei tote Pferde und ein zerstörtes Haus mitten in der Idylle der münsterländischen Parklandschaft. Die Anwohner zeigten sich nach der Explosion entsetzt.

Donnerstag, 19.09.2019, 20:30 Uhr
Mit Polizei-Flatterband war das markante Eisentor vor dem durch eine Gasexplosion zerstörten Kötterhaus an der Straße Am-Max-Klemens-Kanal am Mittwochmorgen abgesperrt.
Mit Polizei-Flatterband war das markante Eisentor vor dem durch eine Gasexplosion zerstörten Kötterhaus an der Straße Am-Max-Klemens-Kanal am Mittwochmorgen abgesperrt. Foto: Oliver Werner

Alfred Bölling ist ein besonnener Mann. Aber wenn man mit ihm über die Explosion des alten Kötterhauses an der Straße Am-Max-Klemens-Kanal spricht, die am Mittwochmorgen fünf Verletzte forderte (wir berichteten), ist ihm der Schrecken doch anzumerken.

„Das ist ja schlimm", findet der Vorsitzende des Heimatvereins Sandrup-Sprakel-Coerde. Der Heimathof des Vereins liegt in der Nachbarschaft des zerstörten Hauses. „Ein Totalschaden" sei der einst sehr gepflegte Kotten jetzt, befindet Bölling.

Abgeschirmt durch ein Eisentor

Zu den Bewohnerinnen, die das Gebäude mit Gas in die Luft sprengten, als eine Zwangsräumung drohte, hatte Bölling aber keinen Kontakt. Sie hätten sich nie um den Heimatverein gekümmert, der in seinem Heimathof immer wieder gut besuchte Veranstaltungen durchführt.

Ein Eisentor habe das später zerstörte Anwesen abgeschirmt, so Bölling weiter. Er kennt weder die Namen noch das Einzugsdatum jener 67-jährigen Mutter und ihrer 38-jährigen Tochter, die just in dem Moment das Gas entzündeten, als eine Gerichtsvollzieherin mit drei Polizisten vor der Tür stand.Die beiden Bewohnerinnen des Hauses wurden durch die Explosion schwer, die Polizisten leicht verletzt. Die Gerichtsvollzieherin kam mit dem Schrecken davon. Zwei Pferde wurden durch die Tat so schwer verletzt, dass sie eingeschläfert werden mussten. Grund für die Zwangsräumung waren Mietschulden. „Uns tut es weh", sagt Bölling angesichts der Katastrophe in der Nachbarschaft.

Haftbefehl beantragt

Inzwischen hat die 67-Jährige im Krankenhaus gestanden, die Explosion gemeinsam mit ihrer Tochter herbeigeführt zu haben. „Sie seien aber davon ausgegangen, dass Unbeteiligte nicht zu Schaden kommen", so Oberstaatsanwalt Martin Botzenhardt in einer Pressemitteilung. Die Staatsanwaltschaft beantragte am Donnerstag Haftbefehl „wegen versuchten Mordes in Tateinheit mit Herbeiführen einer Sprengstoffexplosion mit versuchter Todesfolge".

Im Zuge der Löscharbeiten war die Straße „Am-Max-Klemens-Kanal“ am Mittwoch stundenlang gesperrt. Das bekamen auch die Mitarbeiter und Besucher von Gut Kinderhaus zu spüren. Die Mitarbeiter mussten mehrfach die Polizisten um Durchfahrt bitten, sonst wären sie nicht zur Arbeit gekommen. Als dann bekannt wurde, was passiert war, sei man auch auf Gut Kinderhaus „ganz schön erschrocken" gewesen.  

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