Offene Ganztagsschule
Stadt Münster soll Ganztags-Aufgaben abgeben

Münster -

Die münsterischen Grundschulen sollen ihr Angebot in der offenen Ganztagsschule nach Möglichkeit freien Trägern übertragen. Das möchten CDU und Grüne, die jetzt einen entsprechenden Antrag an den Rat gestellt haben.

Freitag, 20.09.2019, 07:00 Uhr
Mittagsessen in einer offenen Ganztagsschule  Das Mittagessen in einer offenen Ganztagsschule.
Das Mittagessen in einer offenen Ganztagsschule. Foto: dpa/

Die Offene Ganztagsschule ist flächendeckend gängige Praxis in Nordrhein-Westfalen – aber Münster ist in einem Punkt große Ausnahme. Anders als normalerweise im Land, wird der offene Ganztagszweig ganz überwiegend direkt von der Stadt organisiert und nicht von freien Trägern.

Im Land insgesamt werden hingegen 94 Prozent der offenen Ganztagsschulen von freien Trägern der Jugendhilfe oder Vereinen betrieben. In Münster ist dies nur an sieben von 44 öffentlichen Grundschulen und zwei Förderschulen der Fall. Eine Tatsache, die nach einem aktuellen Antrag der Rathauskoalition von CDU und Grünen dringend geändert werden muss.

Rechtsanspruch ab 2025

Ab 2025 soll, ähnlich wie bei Kitaplätzen, ein Rechtsanspruch auf einen Platz in der offenen Ganztagsschule bestehen. Der Bedarf wächst in Münster ständig, und jedes Jahr werden an vielen Schulen, wenn räumlich möglich, neue Gruppen eingerichtet. Im Jahr 2018 waren laut Antrag von CDU und Grünen 257 Vollzeitkräfte als Koordinationsfachleute, Gruppenleitungen und Unterstützungskräfte im städtischen Haushalt verankert.

Mit jeder neuen Gruppe werde der Personalhaushalt der Stadt zusätzlich anwachsen, außerdem widerspreche die in Münster verfestigte Praxis dem in der öffentlichen Jugendhilfe verankerten Subsidiaritätsprinzip. Danach soll die Kommune in diesem Bereich nicht tätig werden, wenn freie Träger die Aufgabe übernehmen können.

Chancen und Risiken eines Trägerwechsels

CDU und Grüne wollen mit ihrem Antrag nun erreichen, dass weitere Trägerschaften für die offenen Ganztagsschulen an freie Träger vergeben werden. Außerdem sollen bereits bis Anfang 2020 die Chancen und Risiken eines Trägerwechsels dargestellt werden. Dabei sollen Schulleitungen, Schulpflegschaften und Fachkräfte einbezogen werden.

Das Ziel ist klar: „Es sei inhaltlich-fachlich, organisatorisch und wirtschaftlich nicht nachvollziehbar, weiterhin einen derart hohen Anteil an städtischen Trägerschaften aufrecht zu erhalten“, heißt es wörtlich.

Freie Träger beziehungsweise Vereine sind bislang an der Grundschule Wolbeck-Nord, der Peter-Wust-Schule, der Grundschule Loevelingloh, der Pleisterschule, der Dreifaltigkeitsschule, der Paul-Schneider-Schule sowie der Matthias-Claudius-Schule Handorf, außerdem an den Förderschulen Albert-Schweitzer-Schule und der Schule an der Beckstraße im Einsatz.

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