Feier zum „Tag der Heimat“
Für Erinnerung und Miteinander

Münster -

74 Jahre liegt das Ende des Zweiten Weltkrieges bereits zurück. Die Erinnerung an den Krieg und die damit einhergehende Flucht und die Verfolgung zahlreicher Bewohner aus den östlichen Gebieten schwindet – auch, weil die Zahl derer, die die schrecklichen Zeiten miterlebt haben, immer weiter sinkt.

Montag, 23.09.2019, 07:00 Uhr aktualisiert: 23.09.2019, 17:25 Uhr
Bei der Feierstunde (v.l.): Stefan Leschniok, Elham Sayed Hashemi, Dorothee Feller, Roswitha Möller, Sybille Benning, Dietrich Aden.
Bei der Feierstunde (v.l.): Stefan Leschniok, Elham Sayed Hashemi, Dorothee Feller, Roswitha Möller, Sybille Benning, Dietrich Aden. Foto: ah

Dies sprach auch Ratsherr Stefan Leschniok in seinem Grußwort beim Bund der Deutschen Heimatvertriebenen an. Am Sonntag feierten sie in großer Runde den „Tag der Heimat“ in der Rüstkammer des Rathauses. Unter dem Thema „Menschenrechte und Verständigung – für Frieden in Europa“ sprach auch Regierungspräsidentin Dorothee Feller über die Verantwortung, aus den zurückliegenden Fehlern zu lernen.

Durch das Programm am Sonntagvormittag führte Roswitha Möller, Vorsitzende des Bundes deutscher Vertriebener: „Für uns ist es eine große Ehre, in diesem hohen Haus jedes Jahr tagen zu dürfen.“ Musikalisch begleitete Alexandra Ridder am Akkordeon die Feierlichkeiten. Das „Ostpreußenlied“ oder das „Pommernlied“ weckte Heimatgefühle.

Feller lobte in ihrer Rede die Arbeit des Verbandes. Gerade in der heutigen Zeit, in der populistische Meinungen wieder stärker gegen demokratische Strukturen ankämpfen würden, sei es besonders wichtig, an die gemeinsame Vergangenheit zu denken. Feller: „Wer sagt, dass sich Geschichte nicht wiederhole, muss nur die Augen aufmachen: Es passiert schon heute wieder.“ Auch aktuell seien 17,8 Millionen Menschen auf der Flucht. Elham Sayed Hashemi flüchtete selber 2009 aus Afghanistan und erinnerte an die gefährliche Situation der Flüchtlinge auf dem Mittelmeer.

Feller lobte die Anwesenden auch dafür, dass sie den Begriff „Heimat“ weiter aufrecht erhalten würden: „Sie haben Heimat positiv nach vorne gebracht. Das sieht man auch in der Politik. Mittlerweile haben wir mit Horst Seehofer einen Heimatminister.“

Zum Abschluss der Veranstaltung gedachte Emilia Welker ihres Vaters David Welker, welcher schreckliche Zeiten auf der Flucht und in Lagern durchgemacht habe und der seine letzten Jahre in Deutschland genießen konnte.

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