Konzert des Kammerchors an der Herz-Jesu-Kirche
Hörbare Freude an der Musik

Münster -

Gleich zwei der beliebtesten Werke der traurigen Chorliteratur hatte der Kammerchor an der Herz- Jesu-Kirche am Sonntag in die Erphokirche mitgebracht: Mozarts Requiem und Händels „Funeral Anthem for Queen Caroline“. Michael Schmutte hatte die musikalische Leitung inne, und das Orchester L’arco Hannover begleitete vorzüglich.

Montag, 23.09.2019, 17:58 Uhr aktualisiert: 28.09.2019, 15:12 Uhr
Der Kammerchor an der Herz-Jesu-Kirche präsentierte unter anderem das Requiem von Mozart in der Erphokirche.
Der Kammerchor an der Herz-Jesu-Kirche präsentierte unter anderem das Requiem von Mozart in der Erphokirche. Foto: Eickhoff

Mit strahlendem Oboenklang zu eleganten Streichern stellte sich das Orchester schon in Händels „Funeral Anthem“ vor, bei Mozart mussten die Oboen Blechbläsern, Pauke und Klarinetten weichen. Der Kammerchor an Herz Jesu gefiel in jedem Satz des Programms mit großem Gesamtklang und hörbarer Freude an der Musik. Die Einsätze kamen zuverlässig, die Intonation war bis zum Ende gut.

Fast ein wenig schüchtern entlockte Schmutte dem Orchester die Sinfonia des „Funeral Anthems“, ließ danach den vollen Tuttiklang des Chores („The ways of Zion“) aufblitzen, um die Fuge „She put on righteousness“ sicher und lebendig zu beginnen. Bei der Textverständlichkeit gab es in beiden Werken ein paar Einbußen.

Viel Affekt, immer wieder saubere Oboenklänge und der vorsichtige, fast zärtliche Umgang Schmuttes mit dem „Anthem“ machten das Werk zu einem gelungenen ersten Programmpunkt. Mozarts Requiem mit seiner Klangsprache aus einer anderen Epoche ließ Schmutte nach diesem barockem Filetstück in eigenem Lichte erstrahlen ließ. Der Chor zeigte sich erneut gut vorbereitet, die Solisten (Catalina Bertucci, Sopran; Elvira Bill, Alt; Stefan Sbonnik, Tenor; Michael Nonhoff, Bass) ergänzten sich in den Quartetten. Elvira Bill dominierte mit voller und sicherer Stimme leicht die Quartette.

Ein feines „Tuba mirum“ in der Solo-Posaune und die präzise, überraschend anmutige Pauke schmeichelten – wie das gesamt Orchester – den Ohren und gaben den Sängerinnen und Sängern stets sicheren Halt. Im „Confutatis maledictus“ glänzten Solisten und Instrumentalisten im samtig-vollen Fortissimo, im „Rex tremendae majestatis“ zeigte der Chor seine Kraft. „Hostias et preces tibi“ gelang ebenfalls gut. Am Ende glänzten die Blechbläser mit feinen Tönen. Der große Beifall zeigte, dass diese eleganten Interpretationen Gefallen fanden.

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