Urlaub im Ungewissen
Auch Münsteraner von Thomas-Cook-Insolvenz betroffen

Münster -

Vieles ist noch unklar, alles ist im Fluss. Das ist das einstimmige Credo der Reisebüros in Münster, nachdem der britische Reiseveranstalter Thomas Cook am Montag Insolvenz angemeldet hatte. 

Montag, 23.09.2019, 20:00 Uhr
„Wie komme ich nach Hause?“ oder „Kriege ich meine Reise erstattet?“ Diese Fragen plagen Reisende wie hier auf Palma de Mallorca. Der Reiseveranstalter Thomas Cook hatte am Montag seinen Betrieb eingestellt.
„Wie komme ich nach Hause?“ oder „Kriege ich meine Reise erstattet?“ Diese Fragen plagen Reisende wie hier auf Palma de Mallorca. Der Reiseveranstalter Thomas Cook hatte am Montag Insolvenz angemeldet. Foto: dpa

Ob Kunden der Thomas Cook-Gruppe ihre bereits gebuchten Reisen antreten können oder wie diejenigen, die bereits im Urlaub sind, zurückkommen, sei in den meisten Fällen noch ungewiss.

Kein Grund zur Panik

Im Gremmendorfer Reisebüro „Dowey & Clephas“ sind zwischen 40 und 50 Kunden von der Insolvenz betroffen, so Geschäftsführerin Marianne Clephas. Bei den rund 20 Personen, die sich gerade im Urlaub befänden, wisse niemand, wie sich die Situation entwickele. Grund zur Panik für Reisende sieht sie aber nicht. „Das sind ausschließlich Pauschalreisende, da kümmert sich die Reiseleitung um eine Unterkunft oder eventuell auch Rückflüge“, so Clephas.

Doch es sei möglich, dass Thomas Cook die Hotelbetreiber nicht mehr bezahlen kann und dass Reisende, die den Urlaub bereits bezahlt haben, vor Ort noch einmal für ihren Aufenthalt aufkommen müssten, so Clephas.

Rund 25 weitere Kunden möchten ihre Reise in den nächsten vier bis sechs Wochen noch antreten. „Denen können wir nur sagen, was wir von Thomas Cook erfahren haben, nämlich dass die Reisen erst einmal ausfallen. Alles Weitere klärt sich in den nächsten Tagen“, sagt Clephas.

Kreditkarten und Lastschriftverfahren sperren lassen

Auch beim Reisebüro „Urlaubsguru“ herrscht Mangel an Informationen. Hier sind es zehn Pauschalreisende, die in den nächsten drei Monaten ihre Reisen antreten möchten. Mitarbeiterin Ricarda Lode sagt, sie und ihre Kollegen seien mit allen in Kontakt.

„Wir können nur dazu raten, die Nerven zu bewahren“, so Lode. Bis Montagnachmittag hatte man über die Reisen in dieser Woche entscheiden wollen, so Lode. „In den nächsten 48 Stunden wissen wir dann, ob unsere Kunden ihre Reisen antreten können. Mehr können wir auch nicht sagen.“ Urlaubsguru rät allerdings dazu, Kreditkarten oder Lastschriftverfahren sperren zu lassen und das Geld nicht an Thomas Cook auszahlen zu lassen.

Bei „Reiseland Ratio“ sind es neun Kunden, deren Urlaub möglicherweise ins Wasser fällt. Mitarbeiterin Ulrike Manns hofft allerdings darauf, dass die deutschen Ableger der Thomas Cook-Gruppe die Reisen übernehmen. „Wir müssen abwarten, was an Informationen von Thomas Cook kommt“, so Manns.

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