Raubüberfall auf Burger-King-Filiale
Angeklagte belasten sich gegenseitig

Münster/Nordwalde -

Zwei Männer stürmen bewaffnet die Filiale von Burger-King an der früheren Eishalle und türmen mit der Beute. Doch sie hinterlassen Spuren. Die Beute war zu schwer...

Montag, 23.09.2019, 21:00 Uhr
Die Burger-King-Filiale  an der ehemaligen Eishalle war im vergangenen Februar Ziel eines Raubüberfalls. Die mutmaßlichen Täter stehen jetzt vor Gericht.
Die Burger-King-Filiale  an der ehemaligen Eishalle war im vergangenen Februar Ziel eines Raubüberfalls. Die mutmaßlichen Täter stehen jetzt vor Gericht. Foto: Oliver Werner

Für die beiden jungen Männer, die am Montagmorgen die Anklagebank im Landgericht Münster drücken, sind die Ereignisse am späten Abend des 19. Februars nebulös. Verantwortung für das Verbrechen im Schnellrestaurant „Burger King“ an der Steinfurter Straße möchte einer der Angeklagten, ein 26 Jahre alter Münsteraner, gar nicht übernehmen.

4162 Euro erbeutet

Tatsache ist: Zwei maskierte Männer stürmten an jenem Abend mit Schusswaffen die Filiale. Einer hielt die Gäste, der andere das Küchenpersonal in Schach, während die Filialleiterin den Tresor öffnete und 4162 Euro herausholte. Die beiden Täter entkamen mit der Beute.

Weil die aber aus einem buchstäblich gewichtigen Teil aus Münzen bestand, riss der Griff einer der Stoffbeutel, mit denen die Räuber unerkannt flüchteten. Zunächst, denn am zurückgelassenen, abgerissenen Taschengriff fanden sich DNA-Spuren, die die Polizei später zu einem der Täter führte. Dieser, ebenfalls Münsteraner, und inzwischen zu einer dreijährigen Haftstrafe verurteilt, führte die Ermittler auf die Spur der zwei nun angeklagten Männer.

Angeblich angestiftet

Ein 20 Jahre alter, jetzt in Nordwalde lebender und in Altenberge aufgewachsener Mann, gab zum Prozessauftakt zu, mit einer Softair-Pistole die „Burger-King“-Filiale gestürmt und Gäste sowie Personal bedroht zu haben. Der 26-jährige Angeklagte habe ihn, so sein Geständnis bei der Polizei, dazu angestiftet. Der Ältere habe im Auto in der Nähe der Filiale gewartet und sei anschließend mit den beiden Räubern weggefahren.

Im Prozess kam nun ein weiterer möglicher Mittäter ins Spiel, bisher als Zeuge geladen. Nach Aussagen des 20-Jährigen sei er ebenfalls Anstifter der Tat. Der bisher nicht vorbestrafte 20-Jährige, für den noch Jugendstrafrecht gilt, und der deswegen nicht in Untersuchungshaft genommen wurde, sagte, sogar am Tatabend sei ihm nicht klar gewesen, dass er einen Überfall begehen sollte. Warum er seine Gaspistole dabei hatte, konnte er aber nicht schlüssig erklären. Der 26 Jahre alte, ebenfalls nicht vorbestrafte Angeklagte, bestätigte vor Gericht zwar, gemeinsam mit dem neu belasteten Mann im Fluchtwagen gesessen, aber nichts von dem Überfall mitbekommen zu haben. Er sitzt seit Mai in U-Haft. Der Prozess wird fortgesetzt.

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