Lange Vorlaufzeiten
Flüchtlingsunterkunft am Pulverschuppen erst 2021

Münster -

Bis zum Bau der geplanten Flüchtlingsunterkunft (ZUE) am Pulverschuppen dauert es noch einige Jahre. Das Verfahren ist sehr kompliziert.

Dienstag, 24.09.2019, 12:00 Uhr aktualisiert: 24.09.2019, 12:20 Uhr
Pläne für die ehemalige York-Kaserne gibt es längst, die Stadt hat das Areal auch gekauft. Doch die ZUE könnte dort länger bleiben als gedacht.
Pläne für die ehemalige York-Kaserne gibt es längst, die Stadt hat das Areal auch gekauft. Doch die ZUE könnte dort länger bleiben als gedacht. Foto: Foto: Joel Hunold

Im Haushalt der Stadt Münster für 2020 sind 15,5 Millionen Euro für den Bau einer zentralen Unterbringungseinrichtung für Flüchtlinge (ZUE) eingeplant. Diese Einrichtung soll bekanntlich am Pulverschuppen nahe der Warendorfer Straße entstehen.

2020 noch kein Baubeginn

Auch wenn das Geld abgerufen werden kann, heißt es nach Auskunft des zuständigen Stadtbaurates Robin Denstorff aber nicht, dass es auch tatsächlich verbaut wird. Auf Anfrage unserer Zeitung teilte er mit: „Mit einem Beginn der Hochbauarbeiten zur Errichtung der ZUE bereits im Jahr 2020 ist nicht zu rechnen.“

Zunächst, so sein Argument, müsse ein „neues Planungsrecht auf der Fläche geschaffen werden“.

Die einzelnen Schritte: Änderung des Regionalplanes, Änderung des Flächennutzungsplanes und dann auch Erstellung eines Bebauungsplanes mit vielen zu klärenden Fragen – „zur Umweltverträglichkeit (Artenschutz), zur Entwässerung, zum Verkehr“.

Auswirkungen auf Wohnquartier

Ganz unabhängig davon muss laut Denstorff auch die liegenschaftliche Frage noch erörtert werden. Am Standort Pulverschuppen gibt es ein städtisches Grundstück, ferner das ehemalige Kasernengrundstück, das dem Bund gehört.

Die vielen offenen Fragen und der hohe Zeitaufwand für die Errichtung der ZUE haben unmittelbare Auswirkungen auf die Entwicklung des neuen Wohnquartiers auf dem Gelände der York-Kaserne in Gremmendorf. Dort befindet sich aktuell die ZUE, betrieben von der Bezirksregierung Münster.

Auch wenn die Stadt Münster seit April 2018 die Eigentümerin des Geländes ist, darf die Bezirksregierung weiterhin eine große Teilfläche für ihre ZUE nutzen. Und zwar so lange, bis die Stadt am Pulverschuppen ein Ersatzgebäude gebaut hat.

Das ZUE-Areal in Gremmendorf bildet den künftigen Kern des Neubaugebietes, um den herum sich alle geplanten Quartiere gruppieren. Die ersten Hochbauarbeiten im nördlichen Bereich der York-Kaserne sollen in der zweiten Jahreshälfte 2020 beginnen, das Kernstück dürfte dann 2021 oder 2022 folgen. Im März 2022 jährt sich die Unterzeichnung des Konversionsvertrages – und damit der offizielle Startschuss der Kasernenplanung – zum zehnten Mal.

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