Münster braucht eine dritte Gesamtschule
Ist es richtig, dass die Stadt auf dem Standort Roxel beharrt?

Wie berichtet, soll nach dem Willen von Verwaltung und Politik die Sekundarschule, die wenig Zuspruch erfährt und keine heterogene Schülerschaft bilden kann, aufgelöst und stattdessen eine neue Gesamtschule in Roxel gegründet werden. Ein Pro und Contra:

Sonntag, 29.09.2019, 14:00 Uhr aktualisiert: 29.09.2019, 14:44 Uhr
Münster braucht eine dritte Gesamtschule: Ist es richtig, dass die Stadt auf dem Standort Roxel beharrt?
Die Friedensreich-Hundertwasser-Sekundarschule in Roxel. Foto: Thomas Schubert

Contra: Münster ist nicht allein

Dies vorweg: Der Standort Roxel ist aus münsterischer Sicht ideal. Hier die neue Gesamtschule zu gründen, wäre die vernünftigste Lösung. Aber Münster ist nicht allein auf der Landkarte – und gerade bei der Schulversorgung gibt es enge Verflechtungen mit den Nachbarkommunen. So auch mit Havixbeck – dessen Gebiet nicht weit hinter dem Roxeler Schulzentrum anfängt. Nach den NRW-Schulgesetzen könnte die Gesamtschulgründung in Roxel die Gemeinde Havixbeck womöglich ihr weiterführendes Schulangebot kosten. Das ist ein Konflikt, den auch die große Nachbarin Münster nicht ignorieren kann. Immerhin hat die Gemeinde Havixbeck über 20 Jahre münsterische Kinder mit Plätzen in ihrer Gesamtschule versorgt, einer Schulform, deren Gründung in Münster trotz hohen Bedarfs Jahrzehnte auf sich warten ließ. Schülerströme und Bevölkerungsprognosen müssen nun gut analysiert werden. Notfalls muss Münster einen Plan B für den Standort Roxel entwickeln. Die Idee eines Gebäudetausches mit einem Berufskolleg stand im Raum. Zur Not bedenkenswert.  | Karin Völker

Pro: Standort prädestiniert

Selbstverständlich muss sie das. Allein ein Blick auf die Investitionen, die man städtischerseits tätigte, lassen keinen anderen Schluss zu: Abriss der Realschul-Pavillons und Neubau der Realschule im Jahr 2004 mit einem Kostenvolumen von rund 4,7 Millionen Euro. Anbau an die Droste-Hauptschule im Jahr 2008, der knapp 1,6 Millionen Euro kostete. Inbetriebnahme der Mensa im Jahr 2009 mit einem Kostenvolumen von insgesamt etwas unter drei Millionen Euro. Bei einer drohenden Auflösung der Friedensreich-Hundertwasser-Schule wären das Geld und ein funktionierendes Schul-Ensemble futsch. Zudem muss die Stadt Münster auf sich und ihre eigenen Notwendigkeiten schauen. Hier werden die Plätze benötigt und kein Areal ist prädestinierter als der Standort Roxel. Die Befürchtung anderer Schulträger darf nicht zulasten der Bedürfnisse in Münster gehen. Die Stadt ist verantwortlich für ihre Schüler vor Ort und nicht für die Schulversorgung in anderen Städten oder Gemeinden. Und mal ehrlich: Gefährden ein paar Schüler aus Münster weniger wirklich eine Dependance in Billerbeck? | Kay Böckling

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