Schokoladen-Buch feiert in Münster Premiere
Geheimnis der edlen Bohne

Münster -

Heutzutage ist nichts Exotisches mehr dabei, Früchte und Gemüse aus aller Welt zu jeder Jahreszeit auf dem heimischen Teller zu haben. Wenige machen sich dabei Gedanken, wie diese Lebensmittel produziert werden. Jürgen Bluhm zeigt in Münster anhand des Kakaos auf, dass unser Schokoladengenuss den Bauern vor Ort ganz schön sauer aufstößt.

Montag, 30.09.2019, 17:30 Uhr aktualisiert: 01.10.2019, 19:02 Uhr
Ecuador, Madagaskar oder Peru: In vielen Ländern ist der Kakaoanbau ein wichtiger Wirtschaftsfaktor.
Ecuador, Madagaskar oder Peru: In vielen Ländern ist der Kakaoanbau ein wichtiger Wirtschaftsfaktor. Foto: fotoforum

Süß und samtig oder dunkel und vollmundig: Die Schokolade ist vielseitig und hat viele Verehrer. Wie aber ihr Hauptbestandteil, die Kakaobohne, entsteht, wissen hierzulande die wenigsten, sagt Jürgen Bluhm, Buchautor und Schokoladenliebhaber.

Der 53-Jährige verbrachte als junger Mann mehr als zehn Jahre in Südamerika. Dort arbeitete er unter anderem als Reiseführer und studierte in Mexiko-Stadt Anthropologie. Durch sein Interesse an den Naturvölkern Südamerikas kam er zur Kakaobohne und beschäftigte sich fortan mit dem Anbau und den Bedingungen der Kakaoproduktion.

Die Welt Stück für Stück besser machen

In seinem neuen Buch „Schokolade. Das Geheimnis vom Glück“ erklärt Bluhm auf anschauliche Weise die Zusammenhänge rund um das Thema Kakao und zeigt Wege auf, wie durch nachhaltigen Konsum und Verzehr von fair produzierter Schokolade „die Welt Stück für Stück besser werden kann“.

Das Buch ist im münsterischen fotoforum-Verlag erschienen und wird am morgigen Dienstag (1. Oktober) in der Buchhandlung Poertgen-Herder, Salzstraße 56, präsentiert.

Besonders fasziniere ihn am Kakao, wie „alles miteinander verbunden sei“, erklärt der gebürtige Düsseldorfer. Im tropischen Regenwald mit seinen nährstoffarmen Böden und den sintflutartigen Regengüssen könnten Kakaofrüchte, sogenannte „Pulpen“, nur durch Zusammenarbeit mit anderen Lebewesen wachsen.

Natürliche Helfer für den Kakao

Ameisen und Fledermäuse sind die natürlichen Schädlingsbekämpfer des Kakaobaums, Vögel und Affen verbreiten durch ihren Kot seine Samen.

Doch der Einklang, der in dem naturbewussten Anbau der Naturvölker fortgeführt wurde, sei durch künstliche Klone, Rodungen und die wirtschaftliche Ausbeutung der Bauern zu einem schmutzigen Geschäft geworden.

Ein Kakaobauer in Afrika verdient im Schnitt zwei Cent je Tafel Schokolade.

Jürgen Bluhm

„Ein Kakaobauer in Afrika verdient im Schnitt zwei Cent je Tafel Schokolade“ empört sich Bluhm. Damit könnten sich die eigentlichen „Winzer“ des Genussmittels Schokolade ihr eigenes Produkt nicht leisten.

Neben einer Lesung und einem Vortrag über seine Erfahrungen in Südamerika wird Bluhm heute Abend auch ausgewählte Kakaofrüchte zur Verkostung anbieten. Da „Schokolade. Das Geheimnis vom Glück“ Bluhms erstes Buch ist, sei er vor allem auf die Reaktionen des Publikums gespannt.

Zum Thema

Karten für die Veranstaltung, die um 20.15 Uhr beginnt (Einlass ab 20 Uhr) sind bei der Buchhandlung Poertgen-Herder (' 49 01 40) erhältlich. Sie kosten acht Euro.

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