Verhandlung vor dem Landgericht
Überfall im Drogenmilieu: Opfer spricht von Todesangst

Münster -

Mehrere Kilogramm Cannabis und 2000 Euro sollen bei einem Raubüberfall auf einen Dealer in Havixbeck erbeutet worden sein. Am zweiten Verhandlungstag schilderte das Opfer seine Sicht der Dinge.

Dienstag, 01.10.2019, 19:30 Uhr aktualisiert: 02.10.2019, 18:32 Uhr
 
  Foto: dpa

Im Strafverfahren gegen fünf junge Männer aus Münster und Lippstadt, die im März 2019 mit einem Küchenmesser einen Drogenhändler aus Havixbeck überfallen haben sollen, zeichnet sich der Tathergang nun klarer ab. Am zweiten Prozesstag schilderte nämlich das Opfer den Tathergang aus seiner Sicht.

Ungefähr zwei Wochen vor der Tatnacht sei der 23-jährige Angeklagte an ihn herangetreten und habe ihm den 25-jährigen Münsteraner als jemanden vermittelt, der anstatt der üblichen Marihuana-Sorte „Haze“ auch das qualitativ hochwertigere „Kush“ besorgen könne. Beim vorgetäuschten Verkaufstermin in der Wohnung des Opfers gaben die zwei Münsteraner einen weiteren Mann, einen 25-jährigen Lippstädter, als den eigentlichen Drogenhändler aus. Der vierte Beteiligte, ein 20-Jähriger aus Lippstadt, sei auch hereingelassen worden – weil er behauptet habe, der kleine Bruder eines Angeklagten zu sein, der das Drogenhandeln lernen wolle.

Zunächst sei in der Wohnung noch konsumiert worden. Als der Havixbecker jedoch die angebliche Ware in Augenschein nehmen wollte, habe ihn der 25-jährige Münsteraner in den Schwitzkasten genommen. Der 20-jährige Dealer-Praktikant habe zwei weitere anwesende Personen mit einem 30 Zentimeter langen Küchenmesser in Schach gehalten. Die anderen hätten die Wohnung durchsucht und neben mehreren Kilogramm Cannabis auch 2000 Euro entwendet. Der Geschädigte, dem laut seiner Aussage angedroht worden sei, ihm werde das Ohr abgeschnitten, berichtet von Todesangst in dieser Nacht.

Der Prozesstag fing mit einstündiger Verspätung an, weil der 25-jährige Münsteraner sich laut Angaben des Fahrdienstes der JVA Dortmund am Morgen loszufahren geweigert hatte. Der Angeklagte selbst sprach jedoch von einem Missverständnis – und dass man ihm nicht mitgeteilt hatte, dass er schon früh morgens hätte losfahren sollen. Da er sich noch fertigmachen wollte, habe er den frühen Transport mit den Worten „so verklatscht fahre ich nicht zu Gericht“ verweigert.

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