Neues Angebot der Krisenhilfe
Trauer aktiv gestalten

Münster -

Zugegeben: Manchmal tut es auch gut (zumindest perspektivisch), sich in seiner Trauer einzurichten. Doch wenn ein Lebensereignis zu einschneidend war, sollte man genau das nicht tun. Die Krisenhilfe Münster bietet ein neues Angebot, wie sich Trauer aktiv gestalten und schließlich verarbeiten lässt.

Freitag, 04.10.2019, 10:00 Uhr
Inge Roß (l.) und Dorothea Plaß-Kehl arbeiten schon viele Jahre in der Trauerarbeit der Krisenhilfe mit. Sie begleiten die neue Gruppe, für die bereits Anmeldungen möglich sind.
Inge Roß (l.) und Dorothea Plaß-Kehl arbeiten schon viele Jahre in der Trauerarbeit der Krisenhilfe mit. Sie begleiten die neue Gruppe, für die bereits Anmeldungen möglich sind. Foto: Krisenhilfe Münster

Unendliche Trauer. Trostlosigkeit. Vielleicht auch Schuldzuweisungen, Hilflosigkeit oder Ohnmacht. All das sind Gefühle, die Menschen überrollen können, die einen Angehörigen oder nahestehenden Menschen durch Suizid verloren haben. Viele bleiben ratlos zurück. Das eigene Leben scheint ohne Freude, sie fühlen sich allein und ziehen sich oft genug in ein Schneckenhaus zurück. Mit wem sollen sie reden, wer kann ihnen helfen?

Menschen in dieser Situation zu unterstützen, ihnen einen Weg aufzuzeigen, sich neu zu orientieren und auch wieder in den Alltag zurückkehren zu können, das bietet die Krisenhilfe Münster mit einer neuen Gruppe, die im Januar kommenden Jahres beginnt.

„Trauer aktiv gestalten, sich ihr nicht hilflos ausgeliefert fühlen“, erklärt Inge Roß das Ziel, das sie und Dorothea Plaß-Kehl als erfahrene Trauerbegleiterinnen mit den Teilnehmern umsetzen möchten. „Wir geben keine Ratschläge“, betont auch Dorothea Plaß-Kehl, „jeder ist sein eigener Experte in der Trauerarbeit.“ In der Gruppe unter Menschen, die ein gleiches Schicksal teilen, könnten sich Betroffene oftmals leichter öffnen als anderen gegenüber. Die Gruppe biete die Chance, sich der eigenen Gefühle bewusst zu werden, sich mit anderen Betroffenen auszutauschen, aber auch, sensibel und achtsam mit sich selbst umzugehen.

Inge Roß und Dorothea Plaß-Kehl sind seit vielen Jahren als Ehrenamtliche in der Krisenhilfe engagiert und haben durch langjährige Aus- und Fortbildungen diesen Bereich der Trauerarbeit vertieft. Sie haben schon mehrere Gruppen begleitet – und freuen sich jedes Mal wieder, wenn sie positive Rückmeldungen und Erfahrungen hören. „Es tut gut, mit anderen Betroffenen zu reden. Ich fühle mich verstanden“, erzählt eine Teilnehmerin aus der jüngsten Gruppe. Eine andere hat es als wohltuend empfunden, „dass Suizid hier kein Tabu ist, sondern offen darüber gesprochen werden kann“.

Wer sich für eine Teilnahme interessiert, sollte sich bis zum 25. Oktober telefonisch oder per Mail bei der Krisenhilfe ( ✆ 51 90 05 oder kontakt@krisenhilfe­muenster.de) melden. In einem Vorgespräch gibt es nähere Infos, danach ist eine Anmeldung möglich. Die Trauergruppe beginnt am 8. Januar (Mittwoch) mit ihrer Arbeit, Treffen jeweils von 18 Uhr bis 20 Uhr. Geplant sind sieben Termine im 14-tägigen Rhythmus.

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