Welttierschutztag
Tierheim-Hund Vincent erobert die Herzen

Münster -

„Es passte einfach”, der Münsteraner Marc Symanowski hat seinen Hund Vincent im Tierheim gefunden. Empfehlenswert, findet der Deutsche Tierschutzbund, denn damit könne man nicht nur einem Tier in Not helfen, sondern auch einen neuen Freund hinzugewinnen. „Stimmt”, sagt Marc Symanowski, auch wenn Vincents Vergangenheit für ihn immer noch ein Rätsel ist.

Freitag, 04.10.2019, 15:30 Uhr
Welttierschutztag: Tierheim-Hund Vincent erobert die Herzen
Ein Herz und eine Seele: Der Münsteraner Marc Symanowski hat seinen Jack-Russel-Mix Vincent aus dem Tierheim geholt. Foto: privat

Der heutige Welttierschutztag steht unter dem Motto „Lieblingstier - Tierheimtier. So einzigartig wie du!“ Der Deutsche Tierschutzbund will damit zeigen, einem Tierheimtier ein neues Zuhause zu bieten, heißt nicht nur, einem Tier in Not zu helfen. Es kann auch bedeuten, einen einzigartigen Freund zu gewinnen. So erlebt hat es auch Münsteraner Marc Symanowski (42), der Jack-Russel-Mix Vincent im Tierheim Münster entdeckte. Seit zwei Jahren ist das Gespann aus dem Hansaviertel ein unzertrennliches Team. 

Herr Symanowski, als die Entscheidung stand, einen Hund anzuschaffen: Was hat Sie dazu bewegt, im Münsteraner Tierheim nach dem passenden Vierbeiner zu suchen?

Marc Symanowski: Ich hatte online ein Foto von einem Hund gesehen, der in einer Tötungsstation in Bulgarien saß. Erst habe ich mit dem Gedanken gespielt ihn „zu retten“. Eine gute Freundin gab mir dann aber den Hinweis, erst einmal vor der eigenen Haustür zu gucken. Also sind wir zum Tierheim nach Münster. Da bin ich vorher eh schon jahrelang sonntags mit Hunden Gassi gegangen.

Dort trafen Sie auf Jack-Russel-Mix Vincent, der damals eineinhalb Jahre alt war. War es Liebe auf den ersten Blick?

Symanowski: Ja, irgendwie schon. Er kam direkt zu mir an das Zwingergitter, hat sich angekuschelt und streicheln lassen. Wir waren beide hin und weg voneinander, es passte einfach. Dann ging es ziemlich schnell. Samstags habe ich Vincent das erste Mal gesehen, bis Montag habe ich mir Bedenkzeit erbeten. Mittwoch hab‘ ich ihn dann zu mir geholt.

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Vom Zwinger auf die Couch: Vincent hat ein neues Zuhause gefunden. Foto: privat

Wie hat das Tierheim Sie unterstützt?

Symanowski: Bevor Vincent zu mir kam, gab es Gespräche. Es ging darum, ob sich ein Hund und mein Beruf miteinander vereinbaren lassen und ob mich mein Bekanntenkreis unterstützt. Sie haben mich auch gefragt, ob ich schon Hundeerfahrung hätte, hatte ich nicht (lacht). Aber es klappte trotzdem gut. Als Vincent kam, war er gechipt und geimpft. Drei Monate später kam ein Tierheimmitarbeiter zum unangekündigten Hausbesuch - ich finde es sehr gut, dass das gemacht wird. Seine Beurteilung über Vincent und mich war durchweg positiv.

Erinnern Sie sich noch an die ersten Tage mit Hund?

Symanowski: Oh ja, am ersten Abend kam Vincent ins Schlafzimmer getapst. Er legte die erste Pfote auf die Matratze, dann die zweite. Er wollte ins Bett! Dass das nicht geht, musste erstmal geklärt werden - es war aber schnell okay und er ging ins Körbchen.

Wie sieht der gemeinsame Alltag mit Hund jetzt, nach zwei Jahren, aus?

Symanowski: Wir gehen drei- bis viermal am Tag Gassi, beruflich bin ich oft unterwegs, da ist er immer mit dabei. Danach ist für ihn Ausruhen angesagt. Für mich passt das super, dann kann ich in Ruhe arbeiten. Insgesamt bewege ich mich mehr. Abends, beim Fernsehen, kommt Vincent zu mir auf die Couch und kuschelt sich an. Das will ich nicht mehr missen. 

Was ist einzigartig an Vincent?

Symanowski: Er hat einfach ein gutmütiges Wesen. Besonders süß ist es, wenn er beim Spielen mit anderen Hunden für Gerechtigkeit sorgt und kleinere Hunde gegen größere verteidigt. Insgesamt ist Vincent ein aufgewecktes Kerlchen, wenn er nicht mal wieder schläft (lacht). Meine Eltern haben mir erst davon abgeraten mir einen Hund anzuschaffen. Aber Vincent hat ihr Herz im Sturm erobert - ihre Meinung hat sich komplett gewandelt. Ich glaube, auch Vincent ist mega dankbar, bei mir zu sein. Einmal ist mir ein Kleiderbügel heruntergefallen, da hat er gezittert und ich habe mich gefragt, was ist dem Armen früher wohl passiert? Ich weiß ja kaum etwas aus seiner Vergangenheit, außer, dass er an der Gasselstiege ausgesetzt wurde. Es ist schön zu sehen, wie er sich bei mir entwickelt hat. Er zeigt immer mehr eigenen Charakter, ist sehr anhänglich und hört sogar ohne Leine auf mich. Wir sind ein richtig gutes Team geworden.

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