Festakt zum Tag der Deutschen Einheit in Mühlhausen
Seit 30 Jahren eng verbunden

Münster/Mühlhausen -

Münster und Mühlhausen sind seit 30 Jahren eng verbunden. Eine Delegation aus der Westfalenmetropole nahm nun am Festakt zum Tag der Deutschen Einheit in der Partnerstadt teil.

Freitag, 04.10.2019, 21:00 Uhr
Eine Delegation aus Münster um Klaus Meier (erste Reihe, 4.v.r.) nahm am Festakt am Vorabend des Tags der Deutschen Einheit in Mühlhausen statt.
Eine Delegation aus Münster um Klaus Meier (erste Reihe, 4.v.r.) nahm am Festakt am Vorabend des Tags der Deutschen Einheit in Mühlhausen statt. Foto: Alexander Volkmann/Thüringer Allgemeine

Miteinander reden und miteinander leben, das sei die Formel, die die Deutschen in den 30 Jahren seit dem Mauerfall miteinander verbunden habe und sie weiter zusammen bringen werde. Da sind sich die Oberbürgermeister der Partnerstädte Mühlhausen und Münster, Johannes Bruns (SPD) und Markus Lewe (CDU), einig.

Die Städtefreundschaft sei der beste Beweis. Beim gemeinsamen Festakt am Vorabend des Tags der Deutschen Einheit feierten Gäste beider Städte im Mühlhäuser Rathaus.

Der Mauerfall sei ein Glücksfall der Geschichte gewesen, bedeutete aber auch eine große Herausforderung für die Menschen in der ehemaligen DDR, so Bruns. Die Stadt selbst habe Niederlagen erlitten. „Wir sind dabei, uns davon zu erholen.“ Den meisten Deutschen gehe es heute so gut wie noch nie.

„Wir können stolz und dankbar sein“, sagte Bruns. „Dennoch gärt es in der Gesellschaft.“ Die Anerkennung der Lebensleistung der Menschen im Osten werde oft thematisiert. Darüber müsse man sprechen. Doch der Grundkonsens sei nicht verhandelbar: das klare Bekenntnis zur Demokratie, zur Geschichte und der bleibenden Verantwortung für folgende Generationen.

Es gehe 30 Jahre nach der Wende nicht um das Trennende, sondern um das Verbindende, sagte Münsters Oberbürgermeister Markus Lewe. Vorurteile übereinander müssten weiter abgebaut werden.

Wenn alle so miteinander umgingen wie die Bürger aus Mühlhausen und Münster, gäbe es diese nicht. Das gelinge, indem man miteinander rede, lebe und feiere. So wie zur Mühlhäuser Stadtkirmes, die auch von den Münsteranern gern besucht wird.

Festredner Jakob von Weizsäcker blickte auf 30 Jahre Einheit zurück. „Die Wiedervereinigung war nicht perfekt.“ Es seien Fehler gemacht worden, unter anderem bei der Privatisierung der Betriebe.

Am Nachmittag hatte der Verein „Freunde Mühlhausens“ um dessen Vorsitzenden Rüdiger Holtmann bereits zwei Bäume im Mühlhäuser Claes-Park gepflanzt. Sie tragen die Namen der beiden Städte. Den 30. Jahrestag der Deutschen Einheit wollen die Städte im kommenden Jahr doppelt feiern.

Auch der Partnerschaftsvertrag wurde im September 1990 erst in Mühlhausen, dann in Münster unterzeichnet. Wegbereiter der Partnerschaft war Klaus Meier aus Münster, ein gebürtiger Mühlhäuser. Er hatte nun eine Reisegruppe aus 20 Münsteranern für den Besuch zusammengestellt.

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