Berliner Compagnie gastiert im Pascalgymnasium
Afrikas Schicksal und die EU

Münster -

Nicht wenige Menschen meinen, dass die Afrikaner an ihrer Armut und Rückständigkeit ein Stück weit selbst schuld sind. Und verweisen dann gerne auf die fortschrittliche EU. Dass genau die allerdings eine Menge mit Afrikas Schicksal zu tun hat, zeigt ein Theaterstück der Berliner Compagnie am Dienstag (8. Oktober) im Pascalgymnasium.

Sonntag, 06.10.2019, 16:00 Uhr
Die Berliner Compagnie agiert seit 1981 als freie Theatergruppe von Schauspielern, die sich dazu verpflichten, mit ihrem Theater dem Erhalt des Friedens, der Völkerverständigung sowie sozialer Gerechtigkeit zu dienen.
Die Berliner Compagnie agiert seit 1981 als freie Theatergruppe von Schauspielern, die sich dazu verpflichten, mit ihrem Theater dem Erhalt des Friedens, der Völkerverständigung sowie sozialer Gerechtigkeit zu dienen. Foto: pd

Am Dienstag (8. Oktober) ist die Berliner Compagnie mit dem Theaterstück „Die Weißen kommen. Ein Theaterstück über Afrika. Über uns“ zu Gast in Münster. Die Aufführung beginnt um 19 Uhr in der Aula des Pascalgymnasiums, Uppenkampstiege 17.

In einer kreativen Mischung aus Theater- und Computerspiel werden die afrikanisch-europäischen Be ziehungen dargestellt und den strukturellen Ursachen unfairer Lebens- und Wirtschaftsstrukturen auf den Grund gegangen.

Entwicklungshilfe kontra Wirtschaftspolitik

Denn obwohl Europa hohe Summen an Entwicklungshilfe an Afrika zahlt, schädigen Regierungen und Konzerne auch ein halbes Jahrhundert nach dem Ende der Kolonialzeit weiterhin den Nachbarkontinent, wie es in einer Pressemitteilung der Compagnie heißt.

„Die Weißen kommen“ ist das fünfte Stück der Berliner Compagnie über die afrikanisch-europäischen Beziehungen. Die Autorinnen Helma Fries und Elke Schuster sind bereits mehrfach in verschiedene Länder Afrikas gereist. Die dabei gewonnenen Erfahrungen und Kenntnisse von Schauplätzen wie Menschen fließen mit in das Theaterstück ein.

Weitgehende Unkenntnis in der Bevölkerung

Motiviert wurde das Stück durch die Beobachtung, dass in der Öffentlichkeit ein großes Missverhältnis zwischen einer starken emotionalen Betroffenheit einerseits und einer katastrophalen Unkenntnis der Ursachen der Not andererseits besteht, wie es weiter heißt.

Die meisten Bürger brächten die Zustände weder mit den von der EU gesetzten weltwirtschaftlichen Regeln noch mit der europäischen Kolonialgeschichte oder mit ihrem eigenen Konsum und Wahlverhalten in Verbindung.

Die Aufführung in Münster ist Teil der entwicklungspolitischen Veranstaltungsreihe „Armut! Was tun?“ des Beirates für kommunale Entwicklungszusammenarbeit. Im Anschluss lädt das Ensemble zur Diskussion ein.

Zum Thema

Eintrittskarten sind im Vorverkauf im WN-Ticketshop am Prinzipalmarkt, den Weltläden und beim Verein „la tienda“ sowie ab 18 Uhr an der Abendkasse erhältlich (Erwachsene 13 Euro, ermäßigt zehn Euro, Gruppen acht Euro).

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