Trachten-Party in Münster
Was Servicekräfte auf dem Oktoberfest erleben

Münster -

Ohne sie läuft nichts auf dem Oktoberfest. 120 Servicekräfte sorgen für den Bier-Nachschub. Unsere Zeitung hat einige von ihnen bei der Arbeit begleitet.

Montag, 07.10.2019, 20:30 Uhr aktualisiert: 08.10.2019, 06:52 Uhr
Zwei von 120 Servicekräften am Samstagabend auf dem Oktoberfest: Sandra Rottstegge (l.) und Adelina Dinter.
Zwei von 120 Servicekräften am Samstagabend auf dem Oktoberfest: Sandra Rottstegge (l.) und Adelina Dinter. Foto: Pals

Samstagnachmittag, 17 Uhr. Mit zünftigen Trachten – ob in Lederhose, kariertem Hemd oder Dirndl – bilden die Gäste eine lange Schlange vor dem Eingang des Oktoberfest-Zeltes am Albersloher Weg, das an diesem Abend ausverkauft ist: 4500 durstige Buben und Mädel warten auf die erste Maß Bier.

Während die Massen ins Zelt strömen, tobt drinnen bereits der Bär. Der Adrenalinspiegel steigt beim Service-Team von Chef Bernd Redeker. Tische eindecken, noch eben schnell das Dirndl festzurren, die Bar vorbereiten. Für das etwa 120 Personen große Bedienungsteam bedeutet der Abend vor allem Arbeit: Spaß, Stress und schwere Gewichte.

Sandra Rottstegge ist zum dritten Mal dabei. Alleine in diesem Jahr hat sie auf neun Veranstaltungen Maßkrüge serviert – von 17 bis 24 Uhr. Um Mitternacht ist Feierabend. Dann muss das Feiervolk das Zelt verlassen.

Bis dahin ist es für die Bedienungen wie Sandra ein langer Weg. Sie ist an diesem Abend froh über die Tischauswahl: „Ich habe vier Doppeltische, die relativ nah bei der Ausgabe sind.“ Die Gruppe, die die 25-jährige VWL-Studentin um 17.30 Uhr am Stehtisch begrüßen darf, ist groß. Und vorgetrunken haben die Gäste wohl auch – trotzdem wird erst einmal eine große Runde für alle bestellt.

2,3 Kilo – auf dem Rückweg 1,3 Kilo – wiegen die Krüge. Diese einzeln zu die Kunden zu bringen, ist nicht möglich. Dafür sitzt die Zeit zu sehr im Nacken. Sandra erklärt: „Jeder von uns hat sich seine eigenen Techniken beigebracht.“ So kann sie fünf Krüge an einer Hand transportieren, die zweite Hand greift unter die Krüge. Ab der sechsten Maß müssen beide Hände benutzt werden. So kann Sandra am Anfang des Abends neun bis zehn Krüge auf einmal an den Mann bringen. Apropos: „Männer trinken bei Weitem mehr als die Frauen.“ Fünf bis sieben Maß pro Abend, schätzt sie.

Auf der Suche nach dem, der am meisten stemmen kann, kommen wir zu Nain Beniske aus Nordwalde. Er liebt es, mit den Leuten ins Gespräch zu kommen, seine Familie kommt aus Bayern, das Münchner Oktoberfest ist ihm nicht unbekannt: „Ich liebe die bayrische Tradition und Geselligkeit.“ Auf dem Land – in Nordwalde – würden die Menschen beim Oktoberfest „mehr trinken“ und „mehr Trinkgeld geben“, lacht er und weist seine Gäste zu den fünf Bierzeltgarnituren ein. Bei einem Trinkgeld zwischen 60 und 150 Euro pro Abend will er sich aber nicht beschweren. „Zehn Krüge. Wenn es sein muss, gehen auch zwölf“, sagt er. Zwischendurch könne es auch wehtun. „Wenn alles vorbei ist, entspannen sich die Muskeln aber wieder.“

Das zweite Oktoberfest-Wochenende in Münster 2019

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  • "Voll' zapft is": auch am Samstag ließen es die Partyvögel erneut so richtig krachen und gaben auf dem münsterischen Oktoberfest im ausverkauften Festzelt ihren dritten Auftritt in diesem Jahr.

    Foto: Matthias Ahlke
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Entspannung kann man das, was der Münsteraner Chris Wilimzig macht, nicht nennen. Der Elektriker trägt wie fast jeder aus dem Team eine Bandage am Arm. „18 Krüge kann ich tragen“, sagt er – absoluter Rekord im Team. Das könne er ein- bis zweimal am Abend machen: „Dann ist aber auch Schluss.“ Seine Technik: Stapeln. Auf drei Ebenen transportiert er die Gläser, das geht natürlich nur am Anfang: „Später tanzen und schunkeln die Gäste auf den Bänken. Dann kann schnell mal was runterfallen.“ Das sei ihm aber zum Glück noch nie passiert.

Sandra hat derweil bereits die zweite Runde an den Tisch gebracht, von den Gästen gibt es ersten Applaus: „Sie sind immer sehr nett, im Laufe des Abends kommt man gut ins Gespräch. Das gehört zum Job.“ Schlechte Erfahrungen mit Kunden habe sie noch nie gehabt, versichert sie.

Sich einfach mal dazusetzen und mittrinken – das Gefühl kennt Sandra, wenn Freunde am Tisch sitzen: „Am Ende jeden Abends setzen wir uns aber als Team noch einmal zusammen und stoßen auf den erfolgreichen Abend an.“

Sowieso sei es ein gutes Team – das bestätigen alle, mit denen unsere Zeitung an diesem Abend gesprochen hat.

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