„Frerk, Du Zwerg!“ im Theater Münster
Kleine Mutmacher für Kinder

Münster -

Frerks Klassenlehrerin sagt mehrmals täglich: „Kinder können grausam sein“. Aber das stellt das Mobbing gegen ihren Schüler nicht ein. „Frerk, Du Zwerg!“ brüllt die Klasse im Chor, sobald Frerk auftaucht.

Montag, 07.10.2019, 18:56 Uhr
Eva Dorlass (l.), Robert Huschenbett und Valentin Schroeteler (r.) in der anarchischen Fantasiegeschichte „Frerk, Du Zwerg!“ über einen Außenseiter.
Eva Dorlass (l.), Robert Huschenbett und Valentin Schroeteler (r.) in der anarchischen Fantasiegeschichte „Frerk, Du Zwerg!“ über einen Außenseiter. Foto: Oliver Berg

Frerks Klassenlehrerin sagt mehrmals täglich: „Kinder können grausam sein“. Aber das stellt das Mobbing gegen ihren Schüler nicht ein. „Frerk, Du Zwerg!“ brüllt die Klasse im Chor, sobald Frerk auftaucht. „Frerk, Du Zwerg!“ sang ein Zuschauerkind beim Nachhausegehen, doch da klang es schon versöhnlich. Ein anderes Kind meinte: „Das hätte Mama auch gefallen.“ Und dass es die Premiere den Zuschauern im Kleinen Haus gefallen hat, zeigten die Reaktionen und der starke Applaus. Aus der preisgekrönten Kinderbuchvorlage von Finn-Ole Heinrich schufen Swaantje Lena Kleff (Inszenierung) und Monika Kosik (Dramaturgie) ein Kinderstück, das in seiner Umsetzung überzeugte.

Manchmal braucht es vielleicht ein paar Zwerge, die einem Kind Mut machen, es selbst zu sein, so zu leben, wie es sich gut anfühlt und zeigt, dass dies der einzige Weg ist, um anderen Paroli zu bieten.

Das geht mit ein wenig Verrücktsein und Spaßhaben, sich bunt anziehen, Müsli verweigern und einem Gefühl, einfach mal auf dem Küchentisch zu tanzen. Valentin Schroeteler überzeugt als Frerk, geht durch die Publikumsreihen, lässt sich zunächst schlagen und herumkommandieren, bis er sich begeistern lässt, anfängt zu tanzen, seine eigenen Worte zu benutzen und wie ein wilder Hund zu bellen.

Robert Huschenbett ist gleich in mehreren Rollen zu sehen: als Oma Staubfuß mit ihrem Dackel, als wortkarger Vater, Lehrerin Sommerlaut und verleiht als Puppenspieler aus dem Verborgenen den Zwergen seine Stimme. Ebenso Thea Emilie Giertler, die vorher als Andi Kolumpeck und Mitschülerin Ute Frerk drangsalierte. Eva Dorlass verkörpert die allergiebelastete und putzfimmelgeplagte Mutter sowie Mitschüler Marko.

Fiederike Lettow hat eine schnell wandelbare Bühne kreiert: mit Küche, Klassen- und Kinderzimmer – ein wenig drehen, und schon ist der Szenenwechsel hergestellt. Anna Siegrot hat die kecken Zwergenhandpuppen entworfen, die durch Wandfliesen, am Spielzeugregal und im Kinderbett auftauchen.

Mit dem Programmheft können die Kinder anschließend Frerks Wort-Erfindungen im Rätsel wiederfinden und den Zwergenwunsch nachlesen: Lass krachen, fetz weg. Das neue Kindertheaterstück entließ am Sonntag viele Zuschauer mit einem Lächeln im Gesicht.

https://event.yoochoose.net/news/705/consume/10/2/6986423?categorypath=%2F2%2F2669082%2F2670173%2F2686135%2F2686808%2F2686822%2F
Nachrichten-Ticker