Tamilische Schule feiert 25-jähriges Bestehen
Alles dreht sich um die kulturellen Wurzeln

Münster -

Seit 25 Jahren gibt es die tamilische Schule in Münster, für die das Gymnasium Paulinum Räume zur Verfügung stellt. Die Schüler lernen vor allem etwas über ihre kulturellen Wurzeln.

Dienstag, 08.10.2019, 12:00 Uhr
Auszeichnungen als Erinnerung: Ehemalige Schüler der tamilischen Schule bekamen gerahmte Urkunden. Zum Programm gehörten ferner Theater, Gedichte und die Vorstellung eines Jubiläumsbuches.
Auszeichnungen als Erinnerung: Ehemalige Schüler der tamilischen Schule bekamen gerahmte Urkunden. Zum Programm gehörten ferner Theater, Gedichte und die Vorstellung eines Jubiläumsbuches. Foto: klm

Immer sonntags, vom Morgen bis zum späten Mittag, treffen sich im Gymnasium Paulinum bis zu 70 Mädchen und Jungen der Volksgruppe der Tamilen, um zu lernen. Sie bilden zusammen eine eigene Schule – mit 13 Lehrern und Unterricht von der ersten bis zur zwölften Klasse. Es dreht sich alles um die Weitergabe ihrer kulturellen Wurzeln.

Das Paulinum stellt der tamilischen Schule Räume zur Verfügung. Am Sonntag war es die Aula, in der sich heutige und frühere Schüler, Lehrer und Angehörige trafen, um das 25-jährige Bestehen der Schule zu feiern.

„Es gibt in fast allen großen deutschen Städten tamilische Schulen“, sagt Jeyagumaar Pirashanthan aus Münster. Er war selbst Schüler, unterrichtet und arbeitet sonst als Lehrer an der regulären Gesamtschule Tecklenburg Englisch und Technik.

Auch in Münster ist eine tamilische Gemeinschaft gewachsen durch Zuzug von Menschen, deren Volksgruppe in Teilen Sri Lankas und in Südindien beheimatet ist. Sie sind aus Sri Lanka wegen des Bürgerkrieges geflüchtet oder später hier geboren.

Münster ist als Schule Treffpunkt auch für das Umland: Ein Teil der Kinder kommt etwa aus Greven, Senden und Saerbeck. „Im Unterricht hat alles mit der Sprache Tamil, mit der Geschichte der Tamilen und Traditionen zu tun. „Es geht primär um Lesen, Schreiben, Sprechen“, erklärt Pirashan­than, der auf der Bühne moderierte. „Wir versuchen, die Kultur der nächsten Generation mitzugeben.“ Anders als Deutsch habe Tamil zum Beispiel 247 Buchstaben und eine andere Grammatik.

Farbenfrohe traditionelle Kleider und bunte Accessoires gehörten beim Fest für die Frauen zur Ausstattung, bei den Männern zumeist weiße Hemden und Gewänder. Ansagen und Beiträge wurden auf Tamil gehalten, zum Teil mit Übersetzung.

„Am Ende eines Schuljahres legen die Schüler an einem für alle tamilischen Schulen in Europa festen Termin Prüfungen ab“, sagt Pirashanthan. Wer besteht, kommt in den nächsten Jahrgang, um weiterzumachen. Freiwillig.

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