Handelsimmobilienreport auf Expo Real vorgestellt
Mieten für Lokale steigen nicht mehr

Münster -

Münsters Bürger ächzen unter steigenden Wohnungsmieten. Und dabei wurden sie bislang auch durchaus von Gewerbetreibenden unterstützt – denn bei Ladenlokalen kannten die monatlichen Summen ebenfalls nur einen Weg: nach oben. Doch jetzt stagnieren sie, wie aus dem aktuellen Handelsimmobilienreport hervorgeht.

Dienstag, 08.10.2019, 08:00 Uhr
Sie stellten in München den Handelsimmobilienreport vor (v.l.): Guido Müller, Robin Denstorff und Dr. Thomas Robbers.
Sie stellten in München den Handelsimmobilienreport vor (v.l.): Guido Müller, Robin Denstorff und Dr. Thomas Robbers. Foto: kb

Auf dem münsterischen Wohnungsmarkt steigen die Mieten rasant, bei den Ladenlokalen in der Innenstadt indes stagnieren sie. Das geht aus dem Handelsimmobilienreport hervor, der am Montag auf der Münchener Immobilienmesse „Expo Real“ vorgestellt wurde.

In den A-Lagen, so der Einzelhandelsexperte Guido Müller von der Firma SQM, seien die Mieten sogar „leicht gesunken“. Die Spanne reicht von 20 bis 30 Euro Monatsmiete je Quadratmeter in B-Lagen wie der Windthorststraße (zwischen Stubengasse und Promenade), Hörsterstraße oder auch Teile der Aegidiistraße bis hin zu 150 bis 170 Euro Top-Mieten in Teilbereichen des Prinzipalmarktes.

Bei der Vorstellung sprach Münsters Wirtschaftsförderer Dr. Thomas Robbers von einer gesunden Entwicklung. Das weitgehend kon­stante Mietniveau sorge für Planungssicherheit bei den Einzelhändlern, zugleich sei der Markt unverändert interessant für Vermieter und Investoren.

Als Oberzentrum, so der Bericht weiter, profitiert Münster weiterhin von einer hohen Attraktivität für Kunden aus dem Umland. Die Kaufkraft aller Münsteraner liegt bei 1,9 Milliarden Euro im Jahr, der Einzelhandelsumsatz bei 2,25 Milliarden Euro.

Der Report belegt auch, dass der Dezember in Münster der mit Abstand frequenzstärkste Monat ist. An der Ludgeristraße und an der Rothenburg wurden zwei Lasermesszählgeräte installiert, die ganz exakt die Passanten zählen. Das Gerät ermittelte im Dezember 2018 insgesamt 1,33 Millionen Passanten auf der Ludgeristraße, 968 000 auf der Rothenburg. Im ersten Halbjahr 2019 waren es ansonsten zwischen 729 000 und 819 000 je Monat an der Ludgeristraße (449 000 bis 576 000 an der Rothenburg).

Traditionell belegt ein niedriger sogenannter Filialisierungsgrad eine hohe Vielfalt in den jeweiligen Einkaufsstraßen. Das Kiepenkerlviertel (Roggenmarkt, Bogenstraße, Bergstraße und Spiekerhof) sieht mit einem Wert von „nur“ 24 bis 38 Prozent sehr gut aus, an der Stubengasse und im Hanse-Carré hingegen sind 100 Prozent der Geschäfte Filialen. Stadtbaurat Robin Denstorff erklärte hierzu: „Für die Einzelhandelsentwicklung werden die B-Lagen immer wichtiger.“

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