Straße wird für fünf Tage gesperrt
Der Verspoel wird zum „Reallabor“

Münster -

Der Verspoel wird von Mittwoch bis Sonntag für Pkw gesperrt. Studenten des Fachbereichs Architektur der Fachhochschule werden vor Ort erproben, wie der Straßenraum für die Menschen attraktiver gestaltet werden kann.

Dienstag, 08.10.2019, 07:00 Uhr aktualisiert: 08.10.2019, 12:02 Uhr
Studierende der „Münster School of Architecture“ stellten am Montag Ideen für eine temporäre Verspoel-Umgestaltung vor.
Foto: kal

Der Verspoel wird von Mittwoch bis Sonntag für den Pkw-Verkehr gesperrt. Zwischen McDonalds und der Einmündung zur Klosterstraße dürfen außerdem keine Autos parken. Grund sind nicht – wie so oft bei Straßensperrungen – Bauarbeiten. Die kurze Straße wird vielmehr für fünf Tage zu einem „Reallabor“. Rund 20 Studenten der „Münster School of Architecture“, also des Fachbereichs Architektur der Fachhochschule (FH) Münster, wollen mit temporären Maßnahmen die Aufenthaltsqualität des Verspoel steigern.

„Die Straße ist nicht stark befahren, aber der ruhende Verkehr belastet sie“, hat Lydia Rintz, Architektin und Projektleiterin, festgestellt. Kurzum: Die parkenden Autos stören. Ab Mittwochmorgen werden sie verschwunden sein, dann ist freie Bahn für die Ideen der Studierenden.

Schaukeln vor den Geschäften

Am Montagnachmittag stellten sie ihre neun Projekte auf dem Leonardo-Campus vor: bunte Kreideflecken auf dem Straßenpflaster, Schaukeln vor den Geschäften, Grünflächen auf dem Asphalt, Gerüste, die Platz für eine Kaffeepause oder eine Performance bieten, Sitzelemente, die beweglich sind – um nur einige Vorschläge zu nennen. Am Mittwochmorgen beginnt der Aufbau, am Freitag soll der „Next Verspoel“ (so der Projektname) stehen.

Projekt „Next Verspoel“

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  • Schaukeln statt Autos: So könnte der Verspoel aussehen.

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  • Studierende der „Münster School of Architecture“ stellten am Montag Ideen für eine temporäre Verspoel-Umgestaltung vor.

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  • Die Straße, die Bahnhofsviertel und Ludgeristraße verbindet, fristet seit Langem ein Schattendasein.

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  • Die Architektur-Studenten wollen dem Verspoel jetzt zumindest von Mittwoch bis Sonntag (9.-13.10.) neues Leben einhauchen.

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  • Mit den Ideen – wie diesen bunten Kreideflecken auf dem Straßenpflaster – soll die Aufenthaltsqualität gesteigert werden.

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Klosterstraße wird für Pkw-Verkehr geöffnet

„Das wird bunt“, prophezeit die Dozentin. Sie geht davon aus, dass es nicht bei einer vorübergehenden Aktion bleibt, sondern dass einige Ideen in Zukunft durchaus umgesetzt werden – auch an anderen Stellen in der Stadt, zumal das Auto in den Innenstädten für sie ein „Auslaufmodell“ ist. Da es aktuell aber immer noch da ist, wird während des Projekt-Zeitraums die Klosterstraße zwischen Ludgeristraße und Windthorststraße für den Pkw-Verkehr geöffnet.

Wir hoffen, dass die Aktion die Augen öffnet, wie dieser Stadtraum aussehen könnte.

Bernadette Spinnen von Münster-Marketing

„Wir hoffen auf viel Publikum, ein gutes Miteinander und schöne Bilder“, so Rintz. Der Anstoß für das Projekt kam vom Bund Deutscher Architekten (BDA) NRW. Unterstützt wird es zudem von der Stadt Münster. „Wir hoffen, dass die Aktion die Augen öffnet, wie dieser Stadtraum aussehen könnte“, betont Bernadette Spinnen von Münster-Marketing. Dass neue Ideen direkt vor Ort ausprobiert werden, habe es bislang nicht gegeben. „Das wird nicht das letzte Mal gewesen sein“, prophezeit Spinnen. Ziel sei es, die Attraktivität der Innenstadt auch in Zukunft zu sichern – was der Handel allein nach Einschätzung von Spinnen auf Dauer nicht mehr schaffen kann.

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