Prozess am Landgericht wird fortgesetzt
Burger-King-Überfall: Die Suche nach dem dritten Räuber

Münster -

In der Nacht vom 20. auf den 21. Februar überfielen zwei Bewaffnete eine Burger-King-Filiale in Münster, hielten die Gäste in Schach und raubten die Tageseinnahmen. Im Prozess kam nun die Frage auf: Gab es vielleicht einen dritten Räuber?

Dienstag, 08.10.2019, 18:30 Uhr aktualisiert: 08.10.2019, 18:47 Uhr
 
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Gab es noch einen weiteren Tatbeteiligten beim schweren Raubüberfall auf die Burger-King“-Filiale an der Steinfurter Straße? Mit dieser Frage beschäftigte sich die dritte Strafkammer des Landgerichts Münster am dritten Prozesstag im Verfahren gegen einen 26 Jahre alten Münsteraner sowie einen 20-jährigen Mann aus Nordwalde und hörte weitere Zeugen an. In der Nacht vom 20. auf den 21. Februar hatten zwei Bewaffnete die Gäste in Schach gehalten und die Tageseinnahmen geraubt.

Im Vorfeld hatte der 26-Jährige seinen Mitangeklagten – der beim Prozessauftakt gestanden hatte, im Februar dieses Jahres mit einer Soft­air-Pistole in die Filiale gestürmt zu sein und Gäste sowie Personal bedroht zu haben – beschuldigt, einen weiteren Tatbeteiligten aus dem Verfahren zu halten. Mit der Folge, dass er stattdessen den Münsteraner unverhältnismäßig belaste.

Die fragliche Person, gegen die ein anderes Strafverfahren wegen eines Überfalls auf einen Edeka-Marktes in Münster geführt wird, machte jedoch von ihrem Zeugnisverweigerungsrecht Gebrauch. Auch die Lebensgefährtin des womöglich Tatbeteiligten wurde als Zeugin vernommen, verweigerte – wenn auch nur teilweise – jedoch ebenfalls das Zeugnis. Dieses Recht stand ihr zu, da sie sich mittlerweile mit dem Fraglichen verlobt hatte.

Zu Beginn hatte ein Polizeibeamter anhand einer Funkzellenauswertung die Anwesenheit des 26-jährigen sowie eines weiteren gesondert verfolgten sowie verurteilten Mannes zur Tatzeit am Tatort belegt. Letzterer verwies jedoch ebenfalls auf sein Zeugnisverweigerungsrecht.

Am Ende der Sitzung sagte noch ein Vertreter der Jugendgerichtshilfe zum Lebenslauf des 20-jährigen Nordwalders aus. Dabei wurde die Öffentlichkeit jedoch ausgeschlossen – der Bericht sollte auch Gewalterfahrungen aus der Jugend des Mannes enthalten.

Für Donnerstag (10. Oktober) ist eine weitere Sitzung angesetzt. Die Schlussplädoyers sollen spätestens am 29. Oktober erfolgen.

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