Oberbürgermeisterin Marion Tüns
SPD träumt von den alten Zeiten

Münster -

Vor 25 Jahren stellte die SPD die Oberbürgermeisterin von Münster. In Marion Tüns Amtszeit wurden Projekte wie die Radstation am Bahnhof oder der Münster-Pass auf den Weg gebracht. OB-Kandidat Michael Jung zieht daraus Motivation für die Wahlkampf 2020.

Mittwoch, 09.10.2019, 08:00 Uhr
Marion Tüns wurde vor 25 Jahren zur Oberbürgermeisterin von Münster gewählt. Münsters SPD-Chef Robert von Olberg (l.) und OB-Kandidat Dr. Michael Jung erinnerten daran und erhoffen sich damit einen Schub für den anstehenden Kommunalwahlkampf 2020.
Marion Tüns wurde vor 25 Jahren zur Oberbürgermeisterin von Münster gewählt. Münsters SPD-Chef Robert von Olberg (l.) und OB-Kandidat Dr. Michael Jung erinnerten daran und erhoffen sich damit einen Schub für den anstehenden Kommunalwahlkampf 2020. Foto: Matthias Ahlke

Die für die SPD gute alte Zeit ist längst vorbei. Das jahrelange Umfragetief schlägt in Münster durch, beim aktuellen Münsterbarometer erreicht die Partei noch 20 Prozent. Im Ratssaal regiert längst ein schwarz-grünes Mehrheitsbündnis, an dem der frisch gekürte SPD-Oberbürgermeisterkandidat Dr. Michael Jung kein gutes Haar lässt. „CDU und Grüne stehen für vier Jahre Stillstand“, rief er Münster zu einem Politikwechsel auf.

Das Ziel der SPD gibt Parteichef Robert von Olberg vor. „Die Wahl von Marion Tüns zur Oberbürgermeisterin ist genau 25 Jahre her.“ Das soll auch Jung im Wahljahr 2020 schaffen. Tüns war die erste (wenn auch nicht hauptamtliche) Frau auf dem Chefsessel im Stadthaus, dazu Sozialdemokratin und Protestantin. „Sie hat in dieser Zeit vieles angestoßen. Marion, die SPD Münster ist stolz auf dich“, sagte von Olberg im Rahmen der Nominierungskonferenz des OB-Kandidaten Jung.

Altes Parteiprogramm noch immer aktuell 

Die Projekte, die damals auf den Weg gebracht wurden, hören sich wie ein aktuelles Wahlprogramm an. Die Radstation am Hauptbahnhof, die autofreie Siedlung, der Münster-Pass für Einkommensschwache oder Tempo 50 auf der Weseler Straße gehörten dazu. „Der Gestaltungswille von damals ist uns Vorbild“, beschwor von Olberg. Die aktuelle schwarz-grüne Mehrheit schiele nur nach dem kleinsten gemeinsamen Nenner.

Zwei lebensnahe Aspekte aus ihrer fünfjährigen Amtszeit sind der früheren Oberbürgermeisterin wichtig. „Wir haben die ersten Kindertagesstättenbetreuungen in den Stiel gestoßen. Und wir haben viele Frauen zu Amtsleiterinnen gewählt“, sagte Marion Tüns. Sie habe noch immer das Gefühl, dass die Frauenförderung in Münster zu kurz komme.

"25 Jahre später ist es Zeit für einen Wechsel"

Jung nutzte die Steilvorlage mit der sozialdemokratischen Oberbürgermeisterin. „25 Jahre nach Marion Tüns ist es Zeit, etwas Neues zu beginnen. 25 Jahre später ist es Zeit für einen Wechsel in der Stadt“, betonte er. Den Seitenhieb auf den alten Bündnis-Partner, der heute mit der CDU die Mehrheit bildet, kann sich Jung nicht verkneifen: „Der Wechsel gelingt nicht mit Grün, sondern nur, wenn die SPD die Mehrheit führt und den Chef der Verwaltung stellt.“

Ministerin Schulze: Münster muss mehr tun

In Berlin soll am Mittwoch das Klimaschutzgesetz der Bundesregierung verabschiedet werden. Nichts sei daran zurückgedreht worden, entgegnete Bundesumweltministerin Svenja Schulze auf Kritik unter anderem von Umweltverbänden. „Klimaschutz wird Gesetz und damit verbindlich und lohnt sich für die Bürger“, betonte Schulze. Nach Einschätzung der Ministerin müsse Münster mehr tun, wenn die Stadt im Jahr 2050 klimaneutral sein wolle. „Münster war mal Fahrradhauptstadt. Darauf hat sich die CDU jahrelang ausgeruht, jetzt ist es Karlsruhe“, sagte Schulze.

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