Unterschätzte Hausverwaltung
Facility Manager warnt: Firmengebäude nicht vergessen

Münster/München -

Früher hieß es „Hausverwaltung“. Heute heißt es „Facility Management“ – das klingt viel cooler und professioneller. Unterschätzt wird es trotzdem.

Mittwoch, 09.10.2019, 11:00 Uhr
Peter Schmidt geht als Facility-Manager in München auf Kundenfang.
Peter Schmidt geht als Facility-Manager in München auf Kundenfang. Foto: kb

Kaum ein Unternehmer interessiert sich für ein so sperriges Wort wie „Facility Management“. Peter Schmidt ist Facility Manager und beginnt Beratungsgespräche gern mit folgendem Satz: „70 Prozent der Unternehmen, bei denen es zu einem Brand kommt, melden im ersten Jahr danach Insolvenz an.“

In solchen Fällen interessieren sich Versicherungen und die Berufsgenossenschaft nämlich „brennend“ für Fragen, die dem Unternehmen selbst eher lästig waren: Funktioniert die Sprinkleranlage? Sind die Brandmelder ordnungsgemäß gewartet, die Fluchtwege richtig ausgewiesen? Peter Schmidt leitet ein Ein-Mann-Unternehmen und kümmert sich um Themen, um die sich speziell Mittelständler nur ganz am Rande kümmern: Klima- und Lüftungsanlagen, Rauchabzug, Aufzüge, Fensterreinigung, Wasserpumpen oder schlicht die erforderlichen Tüv-Abnahmen für technische Einrichtungen.

Derzeit hält sich der Münsteraner bei der Expo Real in München auf und sucht neue Kunden. „Hier ist praktisch die Immobilienwirtschaft des Münsterlandes versammelt“, berichtet er von vielen guten Gesprächen.

Natürlich kosten seine Beratung oder die von ihm organisierten Dienstleistungen Geld. Gern rechnet er aber seinen Kunden vor, was sie mit ihm sparen können. „Bezogen auf einen Zeitraum von 40 Jahren entfallen bei gewerblich genutzten Immobilien im Durchschnitt elf Prozent der Kosten auf die Herstellung und 89 Prozent auf den Betrieb.“

Wer also beim Bau eines Bürogebäudes ständig die Kosten drückt, zugleich aber zulässt, dass man für jede Fensterreinigung einen Hubsteiger braucht, der hat in Schmidts Augen etwas falsch gemacht. Auf der anderen Seite hat er auch schon viele sehr teure und mit Technik vollgestopfte Gebäude erlebt, die durch mangelnde Wartung und mangelnde Pflege anschließend drastisch an Wert verloren haben. Öffentliche Gebäude wie etwa Schulen nimmt er dabei nicht aus.

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