DAK-Gesundheitsreport
Spielsucht auf Vormarsch - Krankenstand gesunken

Münster -

Der Krankenstand in Münster und in der Region sinkt gegen den Landestrend. Dies geht aus dem neuen DAK-Gesundheitsreport hervor. Die Computerspielsucht ist dagegen vor allem bei jungen Beschäftigten auf dem Vormarsch.

Donnerstag, 10.10.2019, 07:00 Uhr aktualisiert: 10.10.2019, 08:37 Uhr
Die Computerspielsucht ist auf dem Vormarsch. Junge Beschäftigte sind nach Angaben der DAK besonders betroffen.
Die Computerspielsucht ist auf dem Vormarsch. Junge Beschäftigte sind nach Angaben der DAK besonders betroffen. Foto: dpa

Die gute Nachricht: Der Krankenstand in Münster und in der Region sinkt gegen den Landestrend. Das zeigt der am Mittwoch vorgestellte DAK-Gesundheitsreport 2019. Dennoch gibt es darin neben Licht auch Schatten. Im Münsterland ist der Krankenstand 2018 im Vergleich zum Vorjahr um 0,2 Prozentpunkte auf 4,1 Prozent gefallen. In ganz NRW war er dagegen von 4,1 auf 4,3 Prozent gestiegen.

Die meisten Fehltage verursachten dabei im Münsterland – wie schon 2017 – Erkrankungen des Muskel-Skelett-Systems (22,8 Prozent), gefolgt von psychischen Erkrankungen (13,8 Prozent), Erkrankungen des Atmungssystems (13,5 Prozent) und Verletzungen (13,0 Prozent). Infektionen trugen lediglich mit 4,4 Prozent zu den Fehltagen bei.

Fehltag-Dauer rückläufig

Auch wenn sie nicht an erster Stelle stünden, hätten sich psychische Erkrankungen etabliert, resümierte Jürgen Homann, Chef der DAK-Gesundheit, der den Report in der LWL-Klinik Münster präsentierte. Dabei sei die jeweilige Fehltag-Dauer zwar rückläufig, so Homann. Aber die Zahl der Fälle habe sich extrem erhöht, bestätigt auch Dr. Jutta Settelmayer, Chefärztin der Abteilung für Suchtkrankheiten in der LWL-Klinik: „Wir sind hier ausgelastet wie nie zuvor.“

Dabei machten laut dem Gesundheitsreport die Fehltage wegen Substanzstörungen zwar nur 3,1 Prozent aller Fehltage wegen psychischer Erkrankungen aus. Alkohol spielt darunter mit 75 Prozent die größte Rolle.

Aber: Die Betroffenen haben mit 7,7 Prozent im Durchschnitt einen doppelt so hohen Krankenstand wie die Vergleichsgruppe ohne dokumentierte Hinweise auf Substanzstörungen (3,8 Prozent).

Psychische Erkrankungen

Die Fehltage wegen psychischer Erkrankungen sind sogar um mehr als das Dreifache höher, aber auch die wegen Muskel-Skelett-Erkrankungen fast doppelt so hoch, wegen des Atmungssystems immer noch um rund 50 Prozent höher.

Auch die Tabakabhängigkeit spielt immer noch eine große Rolle: Sie betrifft laut Report 19,3 Prozent aller Beschäftigten. Immerhin ist sie bei den Jüngeren rückläufig. E-Zigaretten „dampfen“ 5,6 Prozent – fast ausschließlich Raucher und Ex-Raucher. Was Dr. Settelmayer als „deutlich weniger gesundheitsschädliche Variante“ im Vergleich zum Rauchen durchaus begrüßt, das beste aber gar kein Konsum wäre.

Auf dem Vormarsch ist dagegen die Computerspielsucht. 6,7 Prozent aller Beschäftigten weisen eine riskante Nutzung auf, 51 Prozent eine normale, 41,9 Prozent spielen gar nicht. Dabei zeigt der Report, dass junge Beschäftigte bis 29 Jahre mit 11,6 Prozent riskanter Nutzung besonders betroffen sind.

Da Kinder und nicht beschäftigte Jugendliche in der Studie nicht erfasst sind, rechnen die Experten hier mir einem wachsenden Problem.

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