Vorschlag des SPD-Oberbürgermeisterkandidaten Jung
Stadt Münster soll ganze Quartiere selbst bauen

Münster -

„Bezahlbares Wohnen ist in Münster ein unverändert großes Problem.“ Um das zu beheben, kündigte Michael Jung bei seinem ersten Pressegespräch als SPD-Oberbürgermeisterkandidat für den Fall seiner Wahl die Gründung einer städtischen Entwicklungsgesellschaft an. Dabei hat er nicht nur Sozialwohnungen, sondern auch das „mittlere Preissegment“ im Blick.

Freitag, 11.10.2019, 21:00 Uhr aktualisiert: 11.10.2019, 21:17 Uhr
Der SPD-Oberbürgermeisterkandidat Dr. Michael Jung will im Falle seiner Wahl die Wohnungspolitik neu ausrichten.
Der SPD-Oberbürgermeisterkandidat Dr. Michael Jung will im Falle seiner Wahl die Wohnungspolitik neu ausrichten. Foto: Matthias Ahlke

Sollte der frisch gekürte SPD-Oberbürgermeisterkandidat Dr. Michael Jung im Herbst 2020 die Kommunalwahl gewinnen, will er eine städtische Entwicklungsgesellschaft gründen und aufbauen. Ihre Aufgabe soll es sein, große Neubaugebiete in Münster, so etwa die jüngst von der Stadt gekaufte Fläche am Osttor in Hiltrup, zu bebauen.

Bei einem Pressegespräch am Freitag stellte Jung die Details seines Konzeptes vor. „Bezahlbares Wohnen ist in Münster ein unverändert großes Problem“, so der Oberbürgermeisterkandidat. Zwar erfülle die Stadt aktuell das selbst gesteckte Ziel, mindestens 300 Sozialwohnungen im Jahr zu bauen. Aber da in den kommenden Jahren sehr viele bestehende, öffentlich geförderte Wohnungen aus der sogenannten Sozialbindung herausfallen, ist laut Jung eine Entspannung nicht in Sicht. Dessen ungeachtet werde auch das „mittlere Preissegment“ auf dem münsterischen Wohnungsmarkt nur stiefmütterlich bedient.

Kapitalanlage für interessierte Bürger

Die Kapitalausstattung der neuen Gesellschaft soll zum einen dadurch erfolgen, dass ihr die zu bebauenden städtischen Grundstücke übertragen werden. Darüber hinaus sollen Genussscheine als Kapitalanlage an interessierte Bürger ausgegeben werden. Die Einzahlungen dienten dem Aufbau von Eigenkapital, geboten wird laut SPD eine langfristige Anlage mit einer maßvollen, aber stabilen Rendite.

Belegungsrechte für Unternehmen

Unternehmen, die Genussscheine erwerben, können in dem SPD-Konzept auch Belegungsrechte für die zu bauenden Wohnungen für ihre Mitarbeiter erwerben. Der Hintergrund: Gerade bei Mitarbeitern in den unteren und mittleren Einkommensgruppen haben Unternehmen immer häufiger Probleme, offene Stellen zu besetzen, weil die potenziellen Bewerber vom hohen Mietniveau in Münster abgeschreckt werden.

Ergänzung zum städtischen Wohnungsunternehmen

Die neue Entwicklungsgesellschaft sieht der SPD-Oberbürgermeisterkandidat nicht als Konkurrenz, sondern eher als Ergänzung zu dem städtischen Wohnungsunternehmen Wohn- und Stadtbau. Der Wohn- und Stadtbau fehle die Kapitalausstattung, um als Entwickler und Bauherr für ganze Quartiere infrage zu kommen. Das Ziel seiner Idee sei es, meinte der SPD-Politiker, „der Stadt zu einem großen Gestaltungsspielraum zu verhelfen“.

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