Reihe „A-Z Architekten“ geht weiter
Die Erlöserkirche – ein Zeichen der Hoffnung

Münster -

Die Vortragsreihe „A-Z Architekten“ geht in die nächste Runde. Am Mittwoch (23. Oktober) steht der Architekt der Erlöserkirche, Otto Bartning, im Mittelpunkt.

Sonntag, 20.10.2019, 21:00 Uhr
Ein Zeichen neuer Hoffnung: Die Erlöserkirche entstand als Notkirche 1949/50. Der bedeutende Architekt Otto Bartning hatte das Gebäude entworfen.
Ein Zeichen neuer Hoffnung: Die Erlöserkirche entstand als Notkirche 1949/50. Der bedeutende Architekt Otto Bartning hatte das Gebäude entworfen. Foto: Hartwig Dülberg © LWL-DLBW

Dem bedeutenden Architekten Otto Bartning (1883-1959) hat auch Münster ein besonderes Bauwerk zu verdanken: die Erlöserkirche am Servatiiplatz. Sie entstand 1949/50 im Rahmen eines Notkirchen-Programms, das Bartning für die Evangelische Kirche entwickelt hatte. Wie der Architekt zum Kirchenbau kam und was ihn als Architekt einer sozialen Moderne auszeichnete, wird am Mittwoch (23. Oktober) um 19 Uhr ein Architekturabend in der Reihe „A-Z Architekten“ des BDA Münster-Münsterland in der Erlöserkirche beleuchten.

Bartning studierte ab 1902 an der Technischen Hochschule Berlin-Charlottenburg, später an der Technischen Hochschule Karlsruhe Architektur. Reisen und Aufträge für erste Kirchenbauten drängten ihn, das Studium nicht abzuschließen, sondern sogleich 1905 ein Büro in Berlin zu gründen. Verschont vom Kriegsdienst beschäftigte er sich mit gesellschaftlichen wie architekturtheoretischen Fragen und veröffentlichte 1919 seine programmatische Schrift „Vom neuen Kirchenbau“.

Im Arbeitsrat für Kunst erarbeitete er ab 1918 ein neues Lehrkonzept für die Architekturausbildung, das die Bauhaus-Idee mit begründete. Während der Weimarer Republik zählte er zu den wichtigsten Vertretern des Neuen Bauens. Nach 1945 entwickelte er für die Evangelische Kirche ein Notkirchen-Programm, in dessen Rahmen auch die Erlöserkirche in Münster entstand. Ein Standard aus Holzbindern erlaubte es, vorhandene Trümmer als Baumaterial sowie noch existierende Fundamente der Vorgängerkirche wieder zu verwenden – auch als ein Zeichen neuer Hoffnung.

Da die Notkirche in Münster gar über niedrige Seitenschiffe verfügt, wurde sie bereits zur Erbauungszeit als „schönste der Notkirchen“ bezeichnet. Als Leiter des Planungsausschusses für die Berliner Interbau 1957 und als Präsident des BDA Bundes Deutscher Architekten (1950 bis 1959) nahm er maßgeblichen Einfluss auf die Entwicklung der westdeutschen Nachkriegsarchitektur.

In ihrem Vortrag wird Dr. Sandra Wagner-Conzelmann den Werdegang des Architekten veranschaulichen. Sie kuratierte auch eine Ausstellung zu Bartning, die in Berlin, Karlsruhe und Darmstadt gezeigt wurde. Alle Architekturinteressierten sind eingeladen. Der Eintritt ist frei.

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