Konzert: Max Prosa in der Pension Schmidt
Ein Liedermacher im besten Sinne

Münster -

Akustikgitarre, Mundharmonika, Hut und Poesie – Max Prosa wird oft mit Bob Dylan verglichen. Am Sonntagabend durften sich die Münsteraner in der Pension Schmidt davon überzeugen, wie gerechtfertigt dieser Vergleich ist.

Montag, 21.10.2019, 12:00 Uhr aktualisiert: 21.10.2019, 12:05 Uhr
Max Prosa begeisterte seine Zuhörer im „Musik-Wohnzimmer der Stadt“, der Pension Schmidt.
Max Prosa begeisterte seine Zuhörer im „Musik-Wohnzimmer der Stadt“, der Pension Schmidt. Foto: Jörn Krüßel

Liedermacher, diese so altertümlich naiv anmutende wie aber auch schön poetische Bezeichnung, gaben sich schon viele. Der Künstler allein mit seinem Instrument und seinen Texten. Als „Singer-Songwriter“ klingt das natürlich noch etwas moderner, internationaler. Bob Dylan, Leonard Cohen, die ganz großen Namen.

Liedermacher, das klingt auch nach Handwerk, nach Arbeit. Aber auch nach gängigen Klischees: aufrichtig und authentisch soll es sein, das wahre Leben halt, verfasst in Poesie. Keine Poser, keine Blender bitte. Die aktuelle deutsche Popmusik bedient ja schon länger das Bedürfnis hiernach und das klappt dann mal besser, mal schlechter. Der Grat zwischen Wahrhaftigkeit und Biedermeier-Befindlichkeit ist ein schmaler.

Raumgreifende Geste

Da hilft manchmal eine klare Haltung und der Mut, sich mit seiner Eigenart und Sensibilität dem Publikum zu stellen. Max Prosa braucht hierfür nicht die große Bühne, die Leute wie Clueso schon lange bespielen. Viel lieber ist er eh im Publikum, ganz uneitel unter den Leuten, die seinetwegen gekommen sind.

So schaut er sich am Sonntagabend in der Pension Schmidt den Beginn seines eigenen Konzerts vom Mischpult aus an und beginnt dann einfach so dazu zu singen: „All die Menschen, die ich liebe, trag ich mit mir“. Eine raumgreifende Geste, schon hat er alle auf seiner Seite. Auf der Bühne warten Marie am Cello und Magnus am Klavier auf ihn.

Wärme für nackte Lieder

Sie geben den nackten Liedern gerade genug Ausstattung und Wärme, die sie brauchen. Im Kern strahlen die Lieder aber nach wie vor eine Zerbrechlichkeit aus, so als wäre sie gerade erst ersonnen und skizziert worden. „Dämonen oder Einsamkeit ich find dich überall“ haben jeder für sich schon mehr Tiefe als das komplette Werk von Max Giesinger. Dessen Popularität wird Max Prosa nicht erreichen. Und das ist auch besser so.

Diese Mischung aus romantischer Angetrunkenheit und Liedermachertum im besten Sinne ist in so einem intimen Rahmen wie in Münsters Musik-Wohnzimmer eh viel besser aufgehoben.

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