Schmerztherapie
Lachen trotz chronischer Schmerzen

Münster -

In der einen Woche mit dem Rollator durch Köln spazieren, kurz darauf eine Bekannte in Holzwickede besuchen, ein paar Tage später mit dem Zug nach Iserlohn fahren – dass er mit 84 Jahren wieder so agil und gut gelaunt halb NRW bereisen kann, verdankt Theodor Müther einer dreiwöchigen Schmerztherapie am Evangelischen Krankenhaus Johannisstift Münster (EVK).

Mittwoch, 23.10.2019, 15:00 Uhr
Theodor Müther (r.) kann trotz chronischer Schmerzen das Leben mit seiner Frau Theodora Müther (M.) wieder genießen. Oberarzt Dr. Dietrich Brückner freut sich, dass die Schmerztherapie im EVK seinem Patienten wieder Lebensqualität geschenkt hat.
Theodor Müther (r.) kann trotz chronischer Schmerzen das Leben mit seiner Frau Theodora Müther (M.) wieder genießen. Oberarzt Dr. Dietrich Brückner freut sich, dass die Schmerztherapie im EVK seinem Patienten wieder Lebensqualität geschenkt hat. Foto: EVK Münster

Mehr oder weniger der Buslinie 15 ist es geschuldet, dass der Senior mit seinen Knieschmerzen ausgerechnet in der Klinik im Kreuzviertel gelandet ist, heißt es in einem Pressebericht des EVK. Auf der Suche nach einer Schmerztherapie, die ihm Ärzte in Hamburg empfahlen, stieß er auf das EVK-Team rund um Oberarzt Dr. Dietrich Brückner. Weil der Bus direkt am Krankenhaus hält, passte das gut.

Notwendig war die Schmerztherapie nach einer Knie-Operation geworden: Müther klagte weiterhin über starke Schmerzen. „Wirklich helfen konnte mir kein Arzt. Selbst Experten in Hamburg, die ich extra aufsuchte, sagten mir: Die Schmerzen kann Ihnen kein Arzt der Welt nehmen. Mir war klar: Ich bin ab sofort zum Sitzen verdammt. Bis ich schließlich über Umwege am EVK landete. Der Aufenthalt hier hat alles verändert“, schwärmt Müther von der stationären Behandlung seiner chronischen Schmerzen. Er kann sein Leben nach der erfolgreichen Therapie wieder viel besser genießen, hat in der Gruppen- und Einzeltherapie gelernt, eine andere, positivere Einstellung zu den chronischen Schmerzen zu entwickeln, heißt es in dem Bericht weiter. „Das hilft tatsächlich sehr. Mittlerweile sage ich mir einfach: Reg‘ dich nicht so drüber auf“, will der lebensfrohe Senior anderen von Schmerzen geplagten Menschen Mut machen. Diesen neuen Blick auf seine Schmerzen hat Müther sich mit Hilfe von Ärzten und Therapeuten in drei Wochen im EVK erarbeitet, so dass er endlich wieder Lebensqualität empfindet. „Was mir dort vermittelt wurde, sitzt so nachhaltig und hilft mir im Alltag, da brauche ich vermutlich keine Auffrischung“, blickt der 84-Jährige zuversichtlich in die Zukunft.

Bei seinem Aufenthalt hatte Theodor Müther seinen drei behandelnden Ärzten – Chefärztin Dr. Verena Lange, Oberarzt Dr. Dietrich Brückner und Dr. Ulrike Oberkötter – versprochen, ihnen eine Karte aus Köln zu schicken. „Mein großer Wunsch: mit dem Rollator durch die Römerzeit. Und das habe ich geschafft“, sagt Müther stolz. Das Ziel, die Rhein-Metropole zu besuchen, hat der Schmerzpatient erreicht. Postkarten schrieb er gleich drei, an jeden seiner Ärzte eine.

Brückner freut sich, dass die Schmerztherapie bei Theodor Müther so gut gewirkt hat. „Es gilt, den Blick weg von vermeintlich zu behebenden körperlichen Ur­sachen auf die Schmerzchronifizierung, das heißt die pa thologischen Veränderungen des Nervensystems und ungünstigen Einstellungen und Überzeugungen als wesentliche Ursache des chronischen Schmerzes zu lenken und diesbezüglich die Therapien anzusetzen“, sagt der Facharzt für Anästhesiologie und spezielle Schmerztherapie.

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