Prozess um schweren sexuellen Missbrauch von Kindern
Hauptangeklagter will noch in Haft Schmerzensgeld zahlen

Münster -

Mit Fotos der Opfer einiger der angeklagten Missbrauchsfälle befasste sich die 21. Große Strafkammer des Landgerichts Münster am Montag. Allerdings fand die Fortsetzung des Prozesses gegen zwei Münsteraner und einen Everswinkelner wegen schweren sexuellen Missbrauchs von Kindern zum größten Teil hinter verschlossenen Türen statt – wie schon häufig in diesem Verfahren.

Montag, 28.10.2019, 16:30 Uhr aktualisiert: 28.10.2019, 17:03 Uhr
Vor dem Landgericht Münster wurde am Montag der Prozess um den schweren sexuellen Missbrauch von Kindern fortgesetzt.  
Vor dem Landgericht Münster wurde am Montag der Prozess um den schweren sexuellen Missbrauch von Kindern fortgesetzt.   Foto: Rieke Tombült

Um die jungen Opfer zu schützen, wurde die Öffentlichkeit auch am Montag für die inhaltlichen Nachfragen des Gerichts zu den Lichtbildern ausgeschlossen. Die richteten sich dem Vernehmen nach offenbar vorrangig an den 38-jährigen Hauptangeklagten. Dieser hatte sich – wie berichtet – schon früh geständig gezeigt. Auch der 52-jährige Angeklagte aus Everswinkel hatte die ihm vorgeworfene Tat im Laufe der Verhandlung reumütig eingeräumt.    

Dritter Angeklagter nicht mehr in Untersuchungshaft

Anders als diese beiden sitzt der dritte Angeklagte, ein 50-jähriger Münsteraner, nicht mehr in Untersuchungshaft. Der Haftbefehl gegen ihn war Anfang Oktober aufgehoben worden, da der dringende Tatverdacht nach dem derzeitigen Stand der Beweisaufnahme nicht zweifelsfrei bestehe.

Schmerzensgeldansprüche sollen einbezogen werden

Einbezogen werden sollen in das Strafverfahren nun auch zivilrechtliche Schmerzensgeldansprüche von Opfern. Drei entsprechende Anträge legte eine Rechtsanwältin der Kammer am Montag vor. Ohne dass die konkreten Höhen der Schmerzensgelder schon feststünden, kündigte der Rechtsanwalt des 38-jährigen Hauptangeklagten an, dass sein Mandant noch in der Haft mit den Ratenzahlungen beginnen wolle, da er gedenke, in der Justizvollzugsanstalt zu arbeiten.

Drei weitere Verhandlungstermine vorgesehen

Fortgesetzt wird der Prozess am 11. November (9 Uhr). Mit der Vernehmung mehrerer Zeugen und zwei geladenen Gutachtern wird die 21. Große Strafkammer dann die Beweisaufnahme fortführen. Weitere Termine sind für den 20. und 25. November vorgesehen. Ob am letzten Termin ein Urteil gesprochen wird, steht zurzeit noch nicht fest.

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