Vorschläge von Landschaftsplanern
Ideen für Bremer Platz: Zwei neue Wege durch den Park?

Münster -

Neue Wege könnten die Grünfläche am Bremer Platz künftig gliedern und damit die Nutzungskonflikte entschärfen. Sprich: Die Drogenszene würde im nördlichen Drittel bleiben. Beobachtungen einer Planungswerkstatt.

Dienstag, 29.10.2019, 08:00 Uhr aktualisiert: 29.10.2019, 09:04 Uhr
Lebhafte Diskussionen gab es am Montagabend, als rund 120 Besucher die Pläne zur künftigen Gestaltung der Parkanlage Bremer Platz begutachteten.
Lebhafte Diskussionen gab es am Montagabend, als rund 120 Besucher die Pläne zur künftigen Gestaltung der Parkanlage Bremer Platz begutachteten. Foto: Matthias Ahlke

Kann man mit einer ordentlichen Gestaltung der Grünanlage helfen, die zweifelsfrei bestehenden sozialen Probleme und Nutzungskonflikte am Bremer Platz lösen? Seit April beschäftigt sich die Planungswerkstatt Bremer Platz mit dieser Frage – und am Montagabend ging das Gremium in die dritte Runde und wurde konkret.

Vor 120 Besuchern im Weißen Saal der Halle Münsterland stellten drei Büros für Landschaftsplanung ihre Konzepte vor. Eine Entscheidung gab es nicht, wohl aber eine breite Diskussion.

Unterteilung des Parks

Dabei zeigte sich, dass man sehr wohl der schleichenden Inanspruchnahme des gesamten Bremer Platzes durch die hier ansässige die Drogenszene begegnen kann, ohne die Drogenszene zu verdrängen. Denn das möchte die Stadt nicht, weil sie dann sagen müsste, wo sich die Szene alternativ ausbreiten kann.

Zumindest zwei der drei Referenten – genauer gesagt Christian Ewers vom Büro FSWLA in Düsseldorf und Gordon Brandenfels vom gleichnamigen Büro in Münster – wollen den Park durch zwei zusätzliche Wege quasi dritteln und indirekt damit dafür sorgen, dass sich die Drogenszene mit dem nördlichen Drittel begnügt. Die beiden anderen Teilflächen könnten dann anders genutzt werden – als eine echte Grünfläche für Anwohner, eine Spielfläche für die benachbarte Montessorischule sowie eine Abstellfläche für 400 Fahrräder. Letzteres war eine Vorgabe der Stadt für die Planer.

Die beiden neuen Wege sollen an der Straße Bremer Platz ihren Anfang nehmen, in etwa dort, wo sich heute der gesperrte Bahnhofstunnel befindet. An dieser Stelle soll sich in einigen Jahren, wenn die Bebauung der Bahnhofsostseite abgeschlossen ist, ein wichtiger Zugang zum Bahnhof befinden.

Abwägung zwischen Nähe und Distanz

Nach Nordosten verläuft ein Weg zu dem Punkt, wo die Soester Straße in die Schillerstraße einbiegt. Nach Südosten hält ein Weg auf den heutigen Eingang der Montessorischule zu. Natürlich denken die Planer an gut befestigte und gestaltete Fußwege. Aber Gordon Brandenfels bemerkte in der Aussprache schmunzelnd, dass überall dort, wo es attraktive Fußwege gebe, auch Fahrradfahrer anzutreffen seien.

Dass bei den Angehörigen des Drogenmilieus am Bremer Platz die Abwägung zwischen Nähe und Distanz ein schwieriges Geschäft ist, war allen Beiträgen zu entnehmen. In dem einen Fall versuchte man, das Problem durch 1,50 Meter hohe Gräser zu lösen, im anderen Fall durch einen kleinen Rasenwall.

Von den Besuchern kamen vielfach Fragen zum Verkehr, teilweise auch Forderungen nach Verkehrsberuhigung und einer Tempo-30-Zone am Bremer Platz.

Das Beratungsergebnis wird demnächst den Mitgliedern der Bezirksvertretung Münster-Mitte vorgelegt, die dann eine Entscheidung treffen soll.

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