Bund der Steuerzahler
Querelen um Stadtwerke-Spitze im „Schwarzbuch“

Münster -

Die Stadtwerke Münster haben es in die aktuelle Ausgabe des Schwarzbuches des Bundes der Steuerzahler geschafft. Die Vorgänge um den Austausch der Geschäftsführung prangern die Autoren als Verschwendung an.

Dienstag, 29.10.2019, 19:00 Uhr aktualisiert: 29.10.2019, 19:54 Uhr
Die Stadtwerke Münster haben es in die aktuelle Ausgabe des Schwarzbuches des Bundes der Steuerzahler geschafft. 
Die Stadtwerke Münster haben es in die aktuelle Ausgabe des Schwarzbuches des Bundes der Steuerzahler geschafft.  Foto: Matthias Ahlke

Alle Jahre wieder sorgt das Schwarzbuch des Bundes der Steuerzahler für interessanten Lesestoff – und im am Dienstag veröffentlichen aktuellen Exemplar findet auch Münster eine zweifelhafte Würdigung. Unter der Überschrift „Teure Querelen bei den Stadtwerken“ werden „Mehrkosten und Heimlichtuerei bei der Ablösung von Stadtwerkechefs“ angeprangert. Dass „Spannungen in der Führungsspitze“, so die offizielle Darstellung der Stadtwerke, dazu führten, dass der kaufmännische Geschäftsführer Henning Müller-Tengelmann nach seiner Entlassung von der Stadt  eine Abfindung in Höhe von 1,2 Millionen Euro erklagte, [MZ+] wird im Schwarzbuch als Verschwendung gebrandmarkt.

Stadtwerke schweigen

Auch wird kritisiert, dass die Stadtwerke darüber schweigen, wie die Trennung vom technischen Geschäftsführer vonstatten ging und es keine Informationen darüber gibt, ob er noch Zahlungen erhielt. Zu den hohen Kosten des Konflikts auf der Chefetage der Stadtwerke zählt der Bund der Steuerzahler auch das monatlich zwischen 20 .000 und 25. 000 teure Engagement des Interimsgeschäftsführers Stefan Grützmacher , der erst vor kurzem durch die reguläre neue Geschäftsführung abgelöst wurde. Die Autorin des Münster-Kapitels im Schwarzbuch merkt an, dass der Führungskonflikt der beiden früheren Geschäftsführer schon bekannt war, bevor der Vertrag des kaufmännischen Chefs bis 2023 verlängert wurde.

Teures Versehen

Bei der Suche nach dem Schlagwort „Münster“ stoßen Schwarzbuch-Leser noch auf einen weiteren Treffer. Hier ist allerdings die Stadt Bremen die Gerüffelte. Sie musste dem in Münster lebenden und arbeitenden Künstler Rolf Nolden in diesem Jahr 30 .000 Euro Schadenersatz zahlen. Nolden hatte die Stadt verklagt weil sie sein abstraktes Kunstwerk „Semirzirkel“ am Westerwerk in Bremen bei Umbauarbeiten versehentlich entsorgt hat – als Abfall.

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