Weihnachtsmarkt in Münster
Hendrik Grau lädt Nürnberger Christkind ein

Münster -

Solidarität mit dem Nürnberger Christkind nach verbaler AfD-Attacke: Kurz nach seinem Amtsantritt als CDU-Kreisvorsitzender in Münster macht Hendrik Grau mit einem spektakulären Vorschlag auf sich aufmerksam.

Montag, 04.11.2019, 12:30 Uhr aktualisiert: 04.11.2019, 15:12 Uhr
Die 17-jährige Benigna Munsi wurde von einer Jury aus insgesamt sechs Bewerberinnen auf zwei Jahre zum neuen Nürnberger Christkind gewählt.
Die 17-jährige Benigna Munsi wurde von einer Jury aus insgesamt sechs Bewerberinnen auf zwei Jahre zum neuen Nürnberger Christkind gewählt. Foto: dpa

Der neue CDU-Kreisvorsitzende möchte, dass die Stadt Münster das bekannte Nürnberger Christkind zur Eröffnung des Weihnachtsmarktes nach Münster holt.

Die Wahl der Christkind-Darstellerin fiel in diesem Jahr auf die 17-jährige Benigna Munsi . Die gebürtige Nürnbergerin hat einen indisch-stämmigen Vater, weswegen sie postwendend von einem AfD-Kreisverband attackiert wurde, was zu einer Debatte führte. Hendrik Grau schreibt dazu: „Das schäbige Verhalten einzelner AfD-Funktionäre dürfen wir nicht tolerieren.“

Rückhalt vom Oberbürgermeister

Nürnbergs Oberbürgermeister Ulrich Maly (SPD) stellte sich bei einer Pressekonferenz vor das neugewählte Christkind: „Man müsste lachen, wenn man nicht wüsste, dass diese Typen es ernst meinen, aber man könnte heulen über so viel Menschenfeindlichkeit“, sagte er am Sonntag in Nürnberg. Benigna Munsi sagte, es gehe ihr gut. „Ich bin vor allem überrascht über die positive Resonanz, die ich bekomme, die vielen positiven Nachrichten. Sie sagen ‚Kopf hoch, nicht alle Menschen sind so negativ eingestellt. Aber wir stehen hinter Dir.‘ Darüber habe ich mich sehr gefreut.“

Einen Tag nach ihrer Wahl hatte der AfD-Kreisverband München-Land das Bild der 17-Jährigen gepostet und darüber in Anspielung auf die Ausrottung der Ureinwohner Amerikas gechrieben: „Nürnberg hat ein neues Christkind. Eines Tages wird es uns wie den Indianern gehen.“

Das Nürnberger Christkind habe in der Vergangenheit immer wieder „blödsinnige Kommentare“ verursacht, reagierte Nürnbergs Oberbürgermeister Ulrich Maly darauf. „Mal gefiel manchen die Nase nicht, manchen die Sommersprossen. Und es gab auch schon ethnisch konnotierte Kommentare. Aber heute sind wir in einer offen rassistischen Konnotation.“ Die überwältigend positiven Reaktionen gegen den Post des AfD-Kreisverbands München-Land zeigten jedoch, „dass unsere Demokratie auch im Netz Haltung und Menschenwürde zeigt“, so das Nürnberger Stadtoberhaupt.

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