Architekturbüro Bolles+Wilson
Millionen-Projekte aus Münster

Münster -

Gleich zwei Großprojekte, die vom münsterischen Architekturbüro Bolles+Wilson geplant wurden, sind in den vergangenen Wochen eingeweiht worden: die Luxemburgische Nationalbibliothek sowie das neue Verwaltungszentrum des Energieversorgers BP in Lingen.

Dienstag, 05.11.2019, 09:00 Uhr
Julia Bolles-Wilson und Peter Wilson vom münsterischen Architektur-Büro Bolles+Wilson.
In Lingen ist nach den Plänen von Bolles und Wilson die Verwaltungszentrale des Energiekonzerns BP entstanden (l. und oben), in Luxemburg die neue Nationalbibliothek (r. und unten). Mitte: Julia Bolles-Wilson und Peter Wilson. Foto: Roman Mensing/Christian Richters/kal

Großes Gedränge herrschte kürzlich in der Luxemburgischen Nationalbibliothek, der „Bibliothèque Nationale du Luxembourg“. 14.000 Besucher zeigten sich von dem repräsentativen Neubau begeistert, der nach fünf Jahren Bauzeit auf knapp 40.000 Quadratmetern Zugriff auf rund 2,5 Millionen Bücher und Medien bietet. Der Entwurf des 75 Millionen Euro teuren Projektes stammt von einem Architekturbüro aus Münster: Bolles+Wilson.

Für Prof. Julia Bolles-Wilson und ihren Mann Peter Wilson war dies die zweite Eröffnung eines in ihrem Haus entwickelten Großprojektes. Erst kürzlich wurde auch das neue Verwaltungszentrum des Energieversorgers BP in Lingen, das immerhin 50 Millionen Euro gekostet hat, seiner Bestimmung übergeben.

Repräsentative Eingangsfassade

Zurück zur Bibliothek, die nicht die erste von Bolles+Wilson ist. Das Büro hatte einst auch die Stadtbücherei am Alten Steinweg in Münster entworfen. In Luxemburg dauerte die Realisierung ungleich länger. „Wir hatten bereits 2003 den Wettbewerb für die Nationalbibliothek gewonnen“, berichtet Julia Bolles-Wilson. Danach wurde es auf ein anderes Grundstück verlegt und verkleinert, sodass die Münsteraner ihre Entwürfe überarbeiten mussten. 2014 konnten die Bauarbeiten dann endlich starten.

„In dem Gebäude befindet sich das Kulturgut des Großherzogtums“, sagt Peter Wilson. Das Archiv von Luxemburg macht etwa ein Drittel des Komplexes aus, viele wertvolle Dokumente lagern hier künftig. Durch die repräsentative Eingangsfassade gelangt man in eine terrassierte Leselandschaft, die Peter Wilson an „Weinberge“ erinnert. Er schwärmt von der lebendigen Struktur der Bibliothek, hebt vor, dass sie energieaktiv ist – und ist sichtlich begeistert, dass der Blick auf der Rückseite ins Grüne fällt.

Neubau für Verwaltung und Ingenieure von BP

Im Grünen ist auch das andere Großprojekt von Bolles+Wilson errichtet worden – genauer: in einem dichten Fichtenwald im Emsland. Für dieses Areal haben die beiden münsterischen Architekten einen Neubau für Verwaltung und Ingenieure von BP geplant, zu dem auch eine Kantine sowie Räume für Feuerwehr, Werkstätten und ein Labor gehören. Anders als in Luxemburg kamen Bolles+Wilson nicht über einen Wettbewerb an den Auftrag: „Wir wurden gezielt angesprochen“, erzählt Julia Bolles-Wilson. Sechs Monate Planungen, ein Jahr Bauzeit: Die Firmenzentrale wurde ungleich schneller fertig als das Renommierprojekt im Großherzogtum.

„Ein Leuchtturmprojekt“, sagt die Architektin und meint das wörtlich: Aus dem Atrium des Gebäudes ragt eine Pyramide, die nachts, wenn sie leuchtet, weithin sichtbar ist. Derweil wurden drinnen farbenfrohe Arbeitsräume geschaffen, die sich flexibel an künftige Herausforderungen anpassen.

Nach der Fertigstellung beschäftigen das Büro im Stadthafen 1 zwei neue Großprojekte – darunter ein Fünf-Sterne-Hotel in Tirana (Albanien) und ein Pilotprojekt für ein neues Hotel-Konzept am Eigelstein in Köln.

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